Regenvorhersage: Warum sie so schwer ist – Physik erklärt | Weather.com
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Meteorologe erklärt, warum Regen so schwer vorherzusagen ist

Nur zwei Stunden im Voraus ist der Regen wirklich zuverlässig vorherzusagen – alles danach ist Wahrscheinlichkeit. Wir erklären, warum ausgerechnet Niederschlag für Meteorologen der Endgegner unter den Wetterprognosen ist.

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Meteorologen wissen: Gerade die Regenprognose gleicht einem Minenfeld. Genaue Vorhersagen sind sehr schwer bis unmöglich zu treffen – das liegt zum einen an der Physik, zum anderen an der groben Auflösung der Modelle.

Endgegner Gewitter

Der Prozess, aus dem Regen resultiert, ist eine Kette anfälliger physikalischer Prozesse, deren Fehler sich nicht einfach addieren, sondern potenzieren können.

Die grundlegende Kette sieht ungefähr so aus: Luft – Hebung – Kondensation – Eisbildung – Wachstum der Eiskristalle – Aufwind gegen Schwerkraft – Schmelzen zu Regentropfen – Verdunstung – Regen am Boden. Bei Gewittern kommt noch die Vergraupelung hinzu, dazu sehr viele Sondereffekte wie die Anzahl der Kondensationskeime, Windstärke, orografische Effekte oder die Wolkenuntergrenze.

Niederschlag wird im Nachhinein abgeleitet

Allein aus dieser vereinfachten Übersicht wird klar: Niederschlag ist eine andere Nummer als die Berechnung der Höchstwerte aus einem homogenen Temperaturfeld heraus.

Hinzu kommt, dass wir den wahren Zustand der Atmosphäre nicht kennen. Wir müssen so viele Annahmen treffen, um überhaupt rechnen zu können, dass es fast ein Wunder ist, dass die Wetterprognose überhaupt funktioniert.

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Und dann sind da noch die Wettermodelle selbst, die Zustände an Gitterpunkten berechnen. Zwischen den Punkten wird interpoliert, und Niederschlag wird oft nur parametrisiert – also nicht direkt berechnet, sondern erst im Nachhinein abgeleitet.

Welche Rolle die Landschaft spielt

Ein weiteres Problem ist die genaue Erdoberfläche in den Wettermodellen: Welches Höhenmodell nimmt man? Das hat direkte Auswirkungen auf die Höhe der Wolken und kann den Unterschied zwischen Regen und keinem Regen ausmachen.

Und das war erst der leichte Teil, nämlich der frontengebundene Landregen. Von Gewittern muss man dann eigentlich gar nicht mehr sprechen: Hier kommen hyperlokale Effekte wie Waldkanten, Südhänge oder Seen hinzu. Gewitter folgen zudem gern Gewitterstraßen und sind nur in wenigen Fällen zuverlässig vorhersagbar. Ein Beispiel sind die Gewitter, die bei Südwestlage aus den Alpen kommen: Sie starten immer an den gleichen Bergen und nehmen sehr oft dieselben Routen. Gewitter sind für die Vorhersage der eigentliche Endgegner.

Zuverlässig gerade mal zwei Stunden

Hochgenau und zuverlässig lässt sich Regen kaum länger als zwei Stunden im Voraus vorhersagen. Bis zu zwei Stunden im Voraus kann man Radardaten nutzen und extrapolieren – daraus ergibt sich eine hochaufgelöste und zuverlässige Vorhersage.

Für alles andere muss man die Zeiträume, in denen der Regen kommt, größer fassen und auch die Erwartungen an die Genauigkeit der Regenmenge reduzieren.

Fazit
Man kann Zeiträume benennen, in denen es in bestimmten Regionen regnen wird. Aber die hochgenaue Bestimmung, wann, wo und wie viel Regen (oder Schnee) fällt, ist quasi unmöglich.

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