Erstmals entdeckt: Forscher stoßen auf ein Phänomen, das Hurrikane gefährlicher macht
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Zum ersten Mal nachgewiesen: Das macht Hurrikane in Zukunft gefährlicher

Indian monsoon steers tropical cyclones across the Atlantic.
Einige Hurrikans werden durch den Einfluss des Monsunregens deutlich gefährlicher als andere.
(Mike Perkins and Patrick Kelly at Pacific Northwest National Laboratory)

 

Forscher beobachten bereits seit längerer Zeit, dass sich die atlantische Hurrikansaison verändert. Wärmere Wassertemperaturen erlauben den Wirbelstürmen weitere Strecken zurückzulegen und höhere Energie aufzubauen. Doch es scheint noch mehr Faktoren zu geben, die sich auf die Hurrikane im Atlantik auswirken.

Atmosphärenforscher um Patrick Kelly vom US-Forschungsinstitut Pacific Northwest Laboratroy in Washington haben nun einen bisher unbekannten Zusammenhang aufgedeckt. Demnach lassen starke Monsunereignisse Hurrikane weiter nach Westen driften. 

Zusammenhang erstmals untersucht

"Ich finde es unglaublich, wie Regenfälle in der Nähe Indiens Hurrikane im Atlantischen Ozean, also eine halbe Welt entfernt, gravierend beeinflussen", sagte Patrick Kelly, Leiter der Studie, die in den "Geophysical Research Letters" erschien. In bisherigen Forschungen wurde der Monsun als Einflussfaktor nicht einbezogen. "Diese Studie ist die erste, die eine Verbindung zwischen Hurrikanen und dem indischen Monsun herstellt", schreibt der Atmosphärenforscher.

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Das Forscherteam um Kelly führte Simulationen von Hurrikanverläufen mithilfe eines Modells durch, das beobachtete Ausprägungen der Monsunintensität einbezog. So konnten sie feststellen, dass sich Hurrikane als Reaktion auf starken Monsunregen signifikant nach Westen verschieben. 

Östliche Winde treiben Hurrikans nach Westen

Grund dafür ist, dass die Wirkung des subtropischen Hochdruckgebiets im Nordatlantik verstärkt wird. Wenn sich dieses Hochdruckgebiet vergrößert, folgen stärkere Winde aus östlicher Richtung und treiben in der Folge Hurrikane weiter nach Westen. Je weiter westlich die Zugbahn eines Hurrikans liegt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er auf Land trifft. Dadurch steigt auch die Gefahr für Menschen, besonders an den dichtbesiedelten Küsten.

Mehr noch: Kellys Studie zufolge wird sich der Einfluss des Monsuns in Zukunft vermutlich noch verstärken. Demnach könnte sich die Monsunzeit, die in der Regel von Juni bis September dauert, aufgrund der Erderwärmung verlängern. Durch eine länger währende Saison hätten Monsunwinde auch verstärkt Einfluss auf atlantische Hurrikane, die sich zwischen Juni und November bilden. 

Studie kann helfen, zukünftige Hurrikanbahnen zu berechnen

Benjamin Kirtman, Professor für Meteorologie an der Universität Miami, der nicht an der Studie beteiligt war, findet: "Das wirklich Aufregende an dieser Forschungsarbeit ist ihr Potenzial, saisonale Vorhersagen zu verbessern und vorauszubestimmen, ob Hurrikans auf Land treffen."“ 

Den Autoren zufolge könnte diese neu entdeckte Verbindung dabei helfen, die Routen zukünftiger Hurrikans besser zu bestimmen, insbesondere in den Spätsommer-Monaten wie September.

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