Wie Tornados entstehen und was im Ernstfall schützt | Weather.com
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Tornados: Wie sie entstehen und was sie so gefährlich macht

Tornados entstehen bei starken Gewittern und können auch in Deutschland schwere Schäden anrichten. So bilden sich die Wirbel und so schützt man sich richtig.

Ein Tornado fegt über ein weites Feld, während dunkle Wolken den Himmel bedecken und eine Landstraße am Bildrand verläuft. Dodge City, Kansas, May 24, 2016.
Damit ein Tornado, im Deutschen auch Großtrombe genannt, entstehen könne, brauche es verschiedene Zutaten
(GettyImages)

Ein Tornado hat sein bestimmendes Merkmal schon im Namen: Das lateinische Wort tornare heißt „umkehren, wenden, (sich) drehen“. Genau das tut der Luftwirbel ausgiebig und schnell. Wie er entsteht und wie man sich am besten schützt.

„Ein Tornado ist eine stark um eine vertikale Achse rotierende Luftsäule zwischen Wolkenunterseite und Boden,“ erklärt der Meteorologe Marcus Beyer von der Tornadoexpertengruppe beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Und auch wenn viele bei diesen zerstörerischen Wirbelstürmen an die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) denken, gibt es sowohl in Deutschland als auch dem Rest Europas durchaus Tornados – deren Gefahr oft unterschätzt wird. Ein Überblick, wie es zu den gefährlichen Luftwirbeln kommt und welche Gefahr von ihnen ausgeht.

Ohne Gewitter keine Tornados

Damit ein Tornado, im Deutschen auch Großtrombe genannt, entstehen könne, brauche es verschiedene Zutaten: „Zunächst muss es Gewitter geben. Für diese braucht man Feuchtigkeit, eine starke Temperaturabnahme mit der Höhe und eine Hebung der Luft – beispielsweise durch eine Kaltfront oder Konvergenz“, so Bayer. „Wenn nun auch noch der Wind stark mit der Höhe zunimmt und der Wind seine Richtung ändert, können sogenannte Superzellen entstehen.“

Diese Zellen seien rotierende Gewitter, die neben heftigen Starkregen, großen Hagel und sehr starken Wind eben auch Tornados erzeugen können. Die Tornados entstehen in einem Wechselspiel aus Ab- und Aufwind des Gewitters.

„Im Abwindbereich werden Wirbel erzeugt, die zunächst um eine horizontale Achse rotieren“, erklärt der Tornadoexperte. „Diese können durch den Aufwind in die Vertikale gekippt und gestreckt werden – der Tornado entsteht.“ Und weiter: „Wichtig ist auch, dass die Wolkenbasis möglichst niedrig ist und unter 1.000 Metern liegt“, sagt der Meteorologe.

Tornados in Deutschland können Dächer abdecken

Wie der DWD in seinem Wetter- und Klimalexikon erklärt, können Tornados einen Durchmesser von bis über einem Kilometer haben und Windgeschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Stunde erreichen. Längs seiner Zugbahn könne ein Tornado einen Streifen von einigen hundert Metern Breite verwüsten.

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Ihre Stärke wird anhand der Internationalen Fujita-Skala (IF) von IF 0 bis IF 5 gemessen. IF 0 bekommt ein schwacher Tornado von unter 117 Kilometern pro Stunde; fegt er mit über 500 Kilometern pro Stunde durch die Gegend ist das die Klasse IF 5. Laut DWD haben aber nur etwa ein Prozent der Tornados diese Klasse.

Tornados in Deutschland können gemäß einer aktuellen Auswertung des DWD die Klasse IF 2, selten die Klasse IF 3, erreichen und damit Windgeschwindigkeiten von rund 200 bis 350 Stundenkilometern (km/h). Die Zerstörungskraft ist hier bereits gewaltig: Abgedeckte Dächer, umhergewirbelte Autos, umgekippte Lastwagen und Wohnwagen oder entwurzelte Bäume machen den Aufenthalt im Freien für Mensch und Tier lebensgefährlich.

Autos bieten keinen Schutz vor Tornados

Um sich vor den unberechenbaren Luftwirbeln zu schützen, empfiehlt der DWD, einen Keller oder ein inneres, fensterloses Zimmer in einem stabilen Gebäude aufzusuchen. Fenster und Türen böten keinen Schutz vor herumfliegenden Trümmern.

Im Freien gilt: Versuchen, dem Tornado auszuweichen und möglichst einen großen Abstand von mehreren hundert Meter einzuhalten. Wird man von einer Windhose überrascht oder ändert diese unerwartet die Richtung, sollte man sich laut DWD keinesfalls in ein Auto flüchten, da diese mitunter meterhoch in die Luft geschleudert werden. Stattdessen lieber flach auf den Boden legen. Das senke das Risiko, von umherfliegenden Gegenständen getroffen zu werden.

Stärke in Deutschland nicht mit Tornados in den USA vergleichbar

Mit ihrer Anzahl sind Tornados in Deutschland nicht mit der in den USA vergleichbar. Dort treten im Jahr im Schnitt über 1000 Tornados auf, die mitunter die Tornadoklasse IF 5 erreichen. Diese hinterlassen oft nicht nur eine Schneise der Verwüstung, sondern fordern zudem regelmäßig Todesopfer.

Das durch Tornados am meisten bekannt gewordene Gebiet sei die sogenannte Tornado-Alley im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten von Amerika, so der DWD. Dort komme häufig trocken-kalte Luft aus dem Norden mit feucht-warmer Luft aus der Region des Golfes von Mexiko zusammen – beste Voraussetzung für die Entstehung gewaltiger Wirbelstürme.

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