Frost: Wie man Raureif sofort erkennt | Weather.com
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Mehr als Frost: Was hinter dem Wetterphänomen Raureif steckt

Glitzernde Eisnadeln an Zweigen: Bei Frost verwandelt Raureif die Natur in eine Winterkulisse. Doch nicht jeder weiße Belag ist Raureif. Was hinter dem Wetterphänomen steckt.

Mit Raureif bedeckte Bäume stehen an einer schmalen Landstraße zwischen Feldern unter klarem Himmel
Nach einer kalten, nebligen Nacht sind Bäume und Sträucher dick mit Eis überzogen.
(dpa)

Wenn Bäume, Sträucher und Gräser morgens von weißen Eiskristallen überzogen sind, bietet sich ein besonders eindrucksvolles Bild in der kalten Jahreszeit. Viele sprechen dann von Raureif. Meist handelt es sich aber um gewöhnlichen Reif. Echter Raureif ist seltener: Er braucht strengen Frost und sehr feuchte Luft und bildet dann besonders filigrane, federartige Strukturen.

Wetterphänomen erklärt: Was genau ist Raureif?

Raureif entsteht, wenn Wasserdampf aus der Luft direkt zu Eis wird, ohne vorher flüssig zu werden. Diesen Übergang vom gasförmigen in den festen Zustand nennt man Resublimation. Dabei wachsen feine Eiskristalle an Ästen, Zweigen, Gräsern oder Zäunen, oft als Nadeln oder sechsstrahlige Sterne.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) braucht Raureif strengen Frost, meist unter minus 8 Grad. Außerdem muss die Luft sehr feucht sein, mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von mindestens 90 Prozent. Die Kristalle wachsen langsam. Halten Kälte und Feuchtigkeit länger an, können sie aber zu großen, verzweigten Gebilden heranwachsen und ganze Landschaften in eine Winterkulisse verwandeln.

Reif, Raureif, Raufrost: Warum man sie so oft verwechselt

Im Alltag nennen viele jeden weißen Eisbelag „Raureif“. Meteorologisch unterscheidet man aber drei Arten:

Pflanzenblätter mit einer dünnen Schicht Reif bedeckt dpa-Bildfunk +++
Mit einer dünnen Reifschicht bedeckte Blätter
(dpa)
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Reif entsteht, sobald eine Oberfläche unter 0 Grad abkühlt und den sogenannten Reifpunkt erreicht. Weil Boden und Pflanzen in klaren Nächten stark Wärme abstrahlen, kann sich Reif bilden, auch wenn die Luft in zwei Metern Höhe noch knapp über 0 Grad liegt. Das Ergebnis ist ein feiner, körniger Belag, etwa auf Gras, Laub oder Autoscheiben.

Mit Raureif bedeckter Grashalm ragt aus verschneitem Boden vor tiefstehender Sonne. dpa
Filigraner Raureif: Die Eiskristalle wachsen direkt aus der feuchten Luft.
(dpa)

Raureif entsteht wie Reif durch Resublimation. Er braucht aber deutlich strengeren Frost, meist unter minus 8 Grad, und sehr feuchte Luft. Statt eines feinen Belags wachsen langsam lange, kristalline Nadeln und Federn.

ARCHIV - 14.02.2026, Sachsen-Anhalt, Hasselfelde: Zweige und Blätter eines Baumes sind nach einer frostigen Nacht im Oberharz mit Raureif bedeckt. In den kommenden Tagen bleibt es im Harz weiter frostig. (zu dpa: «Schnee und Minusgrade in Sachsen-Anhalt») Foto: Matthias Bein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Typisches Raueis: Die Eisfahnen wachsen dem Wind entgegen.
(dpa)

Raueis (oder Raufrost) entsteht meist zwischen minus 2 und minus 10 Grad bei Nebel und Wind. Unterkühlte Wassertröpfchen aus dem Nebel lagern sich an kalten Gegenständen an und gefrieren schnell. So entstehen milchig-weiße, körnige Eisfahnen, die zur Windseite hin wachsen, also dem Wind entgegen. Je stärker der Wind, desto dicker wird der Belag. Äste können unter dem Gewicht sogar abknicken.

Am häufigsten ist Reif: Für ihn genügt schon eine klare Frostnacht.

Nicht nur schön, sondern auch typisch für strenge Frostlagen

Raureif ist vor allem im Hochwinter zu beobachten. Besonders nach sehr kalten Nächten oder während längerer Frostperioden mit feuchter Luft steigt die Wahrscheinlichkeit für das Phänomen. Wer morgens weiße, federartige Eiskristalle auf Pflanzen oder Zäunen entdeckt, sieht also ein Zusammenspiel aus Frost, Luftfeuchtigkeit und ruhiger Wetterlage.

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