Warum uns tropische Hitze mehr zu schaffen macht | Weather.com
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Trockene vs. feuchte Wärme: Warum uns tropische Hitze mehr zu schaffen macht

Ob es trocken-warm oder feucht-warm ist, macht einen großen Unterschied für uns Menschen. So fühlen sich 35 Grad in Singapur schlimmer an als in Sevilla. Medizin-Meteorologin Kathrin Graw erklärt, warum das so ist.

Ausschnitt eines Oberkörpers mit sichtbaren Schweißperlen auf der Haut und einem ärmellosen Oberteil.

Wer schon einmal in den Tropen war, kennt das: Der Schweiß läuft den Rücken herunter, obwohl man sich kaum bewegt. Die Kleidung klebt am Körper und die hohe Luftfeuchtigkeit belastet den Kreislauf. Das Klima in Regionen mit trockener Hitze wirkt dagegen fast wie eine Wohltat.

Der kühlende Effekt bei feuchter Hitze bleibt aus

„Feuchte Wärme ist deutlich belastender für den Körper als trockene Wärme“, bestätigt Kathrin Graw, Medizin-Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst. Der Grund: Bei trockener Wärme können wir unseren Körper durch Schwitzen kühlen, indem Schweiß an der Hautoberfläche verdunstet und dabei Körperwärme nach außen abtransportiert wird.

„Bei einer hohen Luftfeuchte wird der kühlende Effekt des Schwitzens erschwert“, erklärt Graw. „Der Schweiß tropft bei schwül-warmen Bedingungen oft einfach nur wirkungslos an uns herunter, ohne zu verdunsten, denn die Luft enthält bereits viel Wasser.“

Von schwüler Luft sprechen Experten ab einem Taupunkt – dem Punkt, der anzeigt wie viel Feuchtigkeit in der Luft ist – von etwa 16 Grad Celsius. Es gilt: Je höher der Taupunkt bei sommerlichen Temperaturen steigt, desto drückender empfinden wir das Wetter.

Gefühlte Temperatur weicht von realer Temperatur ab

Da wir keinen eingebauten Sensor besitzen, mit dem wir die Lufttemperatur direkt messen können, fühlen wir, wie viel Wärme wir über unsere Haut an die Umgebung verlieren. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht dann von der „gefühlten Temperatur“ – einer berechneten Größe, um das Temperaturempfinden des Menschen zu beschreiben.

Wie wir die Temperatur wahrnehmen, stimmt allerdings mit der gemessenen Lufttemperatur nur unter bestimmten Bedingungen überein: Wenn wir dem Wetter passend gekleidet sind, uns im Schatten aufhalten, uns nur leicht bewegen sowie bei mittlerer Luftfeuchtigkeit und kaum Wind.

Wind und Sonne beeinflussen unser Temperaturempfinden

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Wind und Sonne haben neben der Lufttemperatur und der Luftfeuchte ebenfalls einen großen Einfluss auf das Temperaturempfinden des Menschen. „In der Sonne und bei hohem Wasserdampfgehalt der Luft wird die Temperatur als höher empfunden, bei Wind und geringer Luftfeuchtigkeit als geringer“, erklärt Graw. Daher erscheint uns die Temperatur bei trockener Wärme angenehmer als bei feuchter Hitze.

Wärmeempfinden hängt nicht nur vom Wetter ab

Die physiologischen Eigenschaften eines Menschen, seine Aktivität und die Bekleidung spielen laut der Medizin-Meteorologin ebenfalls eine Rolle dabei, wie wir trockene und feuchte Wärme wahrnehmen.

„Jede zusätzliche körperliche Aktivität führt dazu, dass der menschliche Organismus weitere Körperwärme produziert, die an die Umgebung abgeleitet werden muss, um die Körpertemperatur in etwa konstant zu halten“, sagt Graw.

Feuchte Wärme sind wir nicht gewohnt

In Deutschland sind wir keine subtropischen Temperaturen gewohnt, wenngleich diese in Mitteleuropa mit hohen Taupunkten im Sommer laut DWD spürbar zunehmen.

„Daher fühlt sich tropische Hitze für einen an mitteleuropäische Verhältnisse akklimatisierten Menschen noch etwas belastender an als für Menschen vor Ort, die an die feuchte Hitze gewöhnt sind“, sagt Graw.

Der Mensch könne sich an höhere Temperaturen aber grundsätzlich gut anpassen, so die Expertin. „Langfristig wird das aber nicht unbegrenzt möglich sein“, gibt die Medizin-Meteorologin zu bedenken. Das gelte vor allem, wenn sich der Mensch durch den Klimawandel bedingten Temperaturanstieg immer schneller umstellen müsse.

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