Vorsicht vor Kälteschock! Was beim Anbaden erlaubt ist | Weather.com
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Vorsicht vor Kälteschock! Was beim Anbaden erlaubt ist und welche Gefahren zu vermeiden sind

Die sommerlichen Temperaturen sind wieder zurück und viele Badefans sind schon ganz ungeduldig auf den Sprung ins kühle Nass. Doch nicht überall ist Planschen oder Schwimmen auch ratsam.

Two young couples having fun and running into a lake.
Besonders wenn das Wasser noch kalt ist, sollten Badefans nicht zu lange im Wasser bleiben, da die Kälte die Muskelkraft einschränkt
(GettyImages)

Wo ist Baden erlaubt ist und wo nicht, wie man die Wasserqualität auch offline erkennt und worauf bei sehr kaltem Wasser geachtet werden muss.

Überall wo’s nicht verboten ist, ist’s erlaubt

Die Frage, wo Baden erlaubt ist, kann die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) schnell beantworten - und zwar Überall dort, wo es nicht verboten ist. Allerdings sollte man sich an Verbote halten - und das aus einem guten Grund. Sei es aus Naturschutz oder wegen Gefahren beim Baden wie steile Ufeer, Strömungen, gefährlicher Untergrund oder fehlende Badeaufsicht

Sobald ein Verbot ausgesprochen oder per Schild angezeigt wird, sollte es auch unbedingt berücksichtigt werden. Ein internationales Zeichen für Badeverbot ist eine rote Flagge. Diese ist häufig auch an Küsten zu sehen. Hängt über der roten eine gelbe Flagge, bedeutet das, dass der Strand überwacht ist. Gelb-rot ist auch international die Farbkombination für Rettungsschwimmer.

Zwei rot-gelbe Flaggen auf Stangen stehen am menschenleeren Sandstrand vor ruhigem Meer und bewölktem Himmel in Port-La-Nouvelle, Frankreich
Gelb-rot ist auch international die Farbkombination für Rettungsschwimmer.
(TWC)

Fähigkeiten realistisch einschätzen

Doch auch dort, wo kein Badeverbot herrscht, sollte man nicht einfach sorglos ins Wasser laufen. Es ist immer wichtig zu überlegen: "Wie sicher kann ich und mein Begleiter schwimmen?“ Gerade bei Kindern und Nichtschwimmern beziehungsweise unsicheren Schwimmern sollte besonders auf riskante Stellen unter Wasser geachtet werden. Beispielsweise fallen Baggerseen nach einem flachen Einstieg teils steil ab.

Wasserqualität online überprüfen

Wer sich vorab über die Wasserqualität informieren möchte, kann den Gewässernamen gemeinsam mit dem Wort „Wasserqualität“ googlen. Zwar gibt es beispielsweise vom Umweltbundesamt gebündelte Informationen über die Badegewässer, doch grundsätzlich gibt es keine allumfassende Quelle. Die Zuständigkeit ist nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern auch von Landkreis zu Landkreis anders geregelt. Außerdem sollte man auf den Stand der Angaben achten, da die Messungen nur punktuell sind und ein Ergebnis von vor zwei Jahren da wenig hilft.

Rat von Ortskundigen einholen

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Wer sich offline über die Wasserqualität informieren möchte, der soll am besten Anwohner oder etwa in einer benachbarten Gaststätte nachfragen. Mit ein paar Infos an der Hand, kann aber auch der Badende selbst erkennen, ob die Wasserqualität gut ist. Solange das Wasser im See kühl ist, hat es meist bessere Qualität als bei sommerlicher Hitze. Das liegt an der Lichteinstrahlung, die das Wachstum von Algen begünstigt. Auch eine Quelle am Seegrund ermöglicht gute Qualität und ist an der Kälte spürbar. Wenn das Wasser klar ist und man am Ufer bis auf den Grund schauen kann, ist die Qualität sicher besser, als wenn es trüb ist, muffig riecht oder Entendreck auf der Oberfläche schwimmt.

Wie sieht die Umgebung aus?

Auch ein Blick in die Umgebung könne helfen, die Wasserqualität einzuschätzen: Kleingartenanlagen oder Landwirtschaft in unmittelbarer Nähe können die Wasserqualität des Sees beeinträchtigen, vor allem nach starken Regenfällen. Denn dann wird Dünger in den See geschwemmt und die Algen wachsen. Besonders unangenehm seien Blaualgen, so der Experte.

Dabei ist der Name irreführend, denn bei Blaualgen handelt es sich um Bakterien, die besonders in Hitzeperioden wachsen und Allergien auslösen können. Kennzeichen sind trübes, grünliches Wasser, grünliche bis bläuliche Schlieren an der Wasseroberfläche und ein muffiger Geruch. Solche Gewässer sollten dringend gemieden und das Wasser auf keinen Fall getrunken werden. Am besten ist ohnehin, nach einem Bad in unbekannten Gewässern gründlich zu duschen.

Vorsicht bei zu kaltem Wasser

Neben der Qualität sollte auch die Temperatur des Wassers berücksichtigt werden. Kaltes Wasser muss kein Problem sein, kann es aber werden, wenn man unvorsichtig ist. Die erste Regel ist: Nicht ins kalte Wasser springen, wenn man erhitzt ist. Denn dann kann es zu einer Art Kälteschock kommen, der zwar im genauen medizinischen Sinn kein Schock ist, aber bei dem sich die Blutgemäße zusammenziehen und sich so zu viel Blut im Körperstamm ansammelt.

In Folge steigt der Blutdruck dann schlagartig an und es kann zu kurzzeitiger Bewusstlosigkeit kommen oder zu einem Schlaganfall. Das beutet dann im Wasser Lebensgefahr. Außerdem sollten Badende bei kaltem Wasser nicht zu lange drinbleiben, da die Kälte die Muskelkraft einschränkt. Senioren empfiehlt die DLRG zusätzlich ein Gespräch mit dem Arzt, bevor sie zur neuen Saison in einem See schwimmen gehen.

Weniger mit Kälte, denn mit Vernunft hat der letzte Tipp zu tun: Niemals alkoholisiert nicht ins Wasser gehen. Denn der Alkohol führt dazu, dass Gefahren im Wasser unterschätzt.

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