Oktoberfest 2026: Tipps zu Zelten, Bier und Tracht | Weather.com
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How to Wiesn: Was Sie vor dem Oktoberfest wissen sollten

Das Oktoberfest beginnt am Samstag. Reservierungen sind vergeben, die Maß kostet bis zu 15,90 Euro und die Dirndl werden länger.

Nach Jahren der Freizügigkeit und des Glamour-Anklangs geht die Dirndl-Mode 2026 wieder zurück zu ihren Wurzeln – mit mindenstens Knielänge, geschlosseneren Dekolletés, Schlichtheit und Farben wie Rot, Grün und Braun
( Felix Hörhager/dpa)

Kommendes Wochenende bricht der Ausnahmezustand über München herein, das 191. Oktoberfest beginnt. Am Samstag, 19. September 2026 heißt es wieder „O'zapft is". Zeit für die Fragen, die sich jeder Wiesn-Neuling stellt und die mancher Stammgast bis heute falsch beantwortet.

Wie kommt man auf die Wiesn – und was kostet der Eintritt?

Mit dem Auto gar nicht. Rund um das Gelände sind die Straßen gesperrt, Parkplätze gibt es nicht. Bleiben die S-Bahn zur Hackerbrücke, die U-Bahn zum Goetheplatz und zur Poccistraße oder der Fußweg vom Hauptbahnhof – immer den Bodenmarkierungen und Schildern folgend.

Der Eintritt zum großen Gelände ist frei. Wer die traditionellere Oide Wiesn im Südteil besuchen will, zahlt vier Euro. Dafür kosten die nostalgischen Fahrgeschäfte dort nur 1,50 Euro.

Wie reserviert man einen Tisch?

Ist jetzt kaum mehr schwer möglich. Denn in den rund 38 Festzelten sind die Tische für Abende und Wochenenden schon seit dem Frühjahr ausgebucht. „Münchner Freunde anrufen, ob sie Anfang September noch schnell einen Tisch reservieren können — das ist ziemlich aussichtslos", sagt Wiesnbuch-Autor Christian Rupprecht.

Wer sehr viel Glück hat, findet kurzfristig jemanden, der seine Reservierung nicht wahrnehmen kann und sie auf dem offiziellen Online-Portal der Stadt zum Originalpreis abgibt. Fällig werden dann im Wesentlichen die Kosten für die Verzehrgutscheine. Hunderte oder gar Tausende Euro bei Zweitanbietern auszugeben, ist dagegen keine gute Idee: Der Weiterverkauf auf diesem Weg ist nicht erlaubt, und gutgläubige Käufer stehen am Ende womöglich ohne gültige Reservierung da.

Ganz ohne Reservierung hilft nur früh aufstehen. Die Wirte vergeben nicht alle Plätze – wer morgens bei Festbeginn zum Zelt seiner Wahl eilt, hat Chancen. Mittags unter der Woche manchmal auch.

Schottenhamel oder Käfer, Hofbräu oder Augustiner?

Wer glaubt, es sei egal, in welchem Zelt er feiert, war wahrscheinlich noch nie auf dem Oktoberfest in München. 14 große Zelte gibt es, dazu die kleineren und jene auf der Oidn Wiesn. „Diese Zelte sind ganz viele verschiedene Biotope", sagt Rupprecht, der im vergangenen Jahr das Buch „Inside Wiesn" veröffentlicht hat. Untertitel: „Sag mir, wo Du trinkst, und ich sag Dir, wer Du bist!"

Die Spanne reicht von traditioneller Beschaulichkeit im Augustiner-Zelt über ausgelassene Partystimmung im Schottenhamel und im Paulaner-Zelt bis zur Luxusvariante im Käfer-Zelt. Das Hofbräu-Zelt mit seinem internationalen Publikum nennt Rupprecht die „UN-Trachten-Hauptversammlung". Sein Fazit: „Das sind eigentlich unterschiedliche Universen."

Wo feiern die Promis?

Traditionell im Käfer-Zelt. Dort steigt der berüchtigte Almauftrieb am ersten Wiesn-Sonntag mit Stammgästen wie Scooter-Frontmann HP Baxxter, Oliver Pocher oder Becker-Tochter Anna Ermakova. Dort feiert der FC Bayern regelmäßig am Sonntag nach einem Bundesliga-Heimspiel – nur dieses Jahr nicht –, dort lässt Cathy Hummels ihren Wiesn-Bummel ausklingen. Auch die Kaulitz-Zwillinge Bill und Tom stellten sich hier immer wieder zur Schau, Tom im vergangenen Jahr mit seiner Gattin Heidi Klum.

Beim Anstich im Schottenhamel sitzen meist Schlager-Größen wie Florian Silbereisen und Carolin Reiber, im Schützenfestzelt feiert Regine Sixt ihre Damen-Wiesn mit ausschließlich weiblicher Prominenz. Arnold Schwarzenegger zieht es in den Marstall, wo in diesem Jahr sein Schauspiel-Kollege Ralf Moeller das erste Fass anstechen soll.

Was sind die absoluten No-Gos?

Wer im Zelt auf den Tisch steigt, um dort zu tanzen, kann sich ziemlich sicher sein, dass es das Letzte ist, was er in diesem Zelt getan hat. Wer dabei erwischt wird, fliegt raus und feiert woanders oder draußen weiter. Auf den Bänken stehen ist dagegen erlaubt und wird teils exzessiv praktiziert.

Eine No-Go-Area im wörtlichen Sinn ist der kleine Grashang hinter den Zelten an der Westseite der Theresienwiese. Die Grünfläche mag verlockend wirken, wenn Füße und Kopf schmerzen oder nach der fünften Maß Schwindel einsetzt. Aber die Fläche heißt bei den Münchnern nicht umsonst „Kotzhügel". Also Obacht.

Wie teuer ist das Bier, und wie stark?

Die Maß kostet zwischen 14,80 Euro und 15,90 Euro, im Schnitt 2,38 Prozent mehr als im Vorjahr. Welches der sechs nach geheimem Rezept gebrauten Wiesnbiere von Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten am besten schmeckt, ist nicht nur Geschmackssache, sondern auch Glaubensfrage.

Vorsicht: Das Bier hat um sechs Prozent Alkohol und ist damit stärker als normales Helles.

Darf man auf der Wiesn kiffen?

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Natürlich nicht, wir sind schließlich in Bayern. Der Freistaat hat das Kiffen auf Volksfesten und in Biergärten per Landesgesetz verboten.

Was gibt es bei den Fahrgeschäften?

Traditionalisten zieht es auf die Oide Wiesn, wo wechselweise historische Fahrgeschäfte wie die „Fahrt ins Paradies" oder die Hexn-Wippn stehen. Auf der normalen Wiesn hebt und senkt sich die Krinoline zu Live-Blasmusik im Kreis, benannt nach dem Reifrock der Damenwelt um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu den Originalen zählen der Flohzirkus und das mehr als 150 Jahre alte Schichtl-Theater, bayerisches immaterielles Kulturerbe.

Bei den Fahrgeschäften prägen Riesenrad und Olympia Looping das Bild. Neu sind in diesem Jahr drei Geschäfte, darunter das „Chaos Pendel", das seine Fahrgäste in bis zu 42 Metern Höhe und mit 80 Kilometern pro Stunde durch die Luft wirbelt.

Was darf mit aufs Gelände?

Keine Glasflaschen, keine Messer und nur kleine Taschen mit einem Volumen von bis zu drei Litern. Alles andere muss in die Gepäckaufbewahrung.

Wie steht es um die Sicherheit?

Die Wiesn ist wahrscheinlich einer der sichersten Plätze in ganz München, 600 Polizeibeamte sind rund um das Fest im Einsatz. Die Wiesnwache wird unterstützt von der Bayerischen Bereitschaftspolizei, von spezialisierten Taschendieb-Fahndern und internationalen Einsatzkräften.

Trotzdem gilt Vorsicht, denn nicht nur Gäste reisen extra an, sondern auch Taschendiebe. Taschen also nicht auf Bänken liegenlassen, Geld und Papiere am Körper tragen. Für Notfälle, Bedrohungen oder sexuelle Übergriffe unterstützen viele Zelte die App „SafeNow", mit der sich per Klick das Sicherheitspersonal rufen lässt.

Aktuelle Dirndl-Mode: Länge, Farben und Stoffe

Länger als je zuvor in den vergangenen Jahren und traditioneller. Die Trachtenmode zeige sich „wieder sehr an traditionellen Vorbilden orientiert. Mehrfach war auch schon das Wort ‚altmodisch' zu lesen. Dies betrifft Farben und Formen", sagt Tobias Appl, Bezirksheimatpfleger in der Oberpfalz.

„Praktisch alle Dirndl gehen von der Länge her über die Knie, viele sind hochgeschlossen. Vor einem Jahrzehnt hätten wohl viele junge Dirndlträgerinnen dazu ‚richtig spießig' gesagt." Billig-Dirndl, wie sie vor einigen Jahren die Pop-up-Läden rund um den Hauptbahnhof füllten, sieht man kaum noch. Axel Munz, Geschäftsführer des Trachtenunternehmens Angermaier, bestätigt den Trend: „Neben der Midi-Länge 65 und 70 Zentimeter werden Modelle mit 75 und 80 Zentimetern Länge immer stärker."

Rot- und Grüntöne dominieren bei den Damen. Rainer Wenrich, Kunst- und Modeexperte von der Katholischen Universität Eichstätt, sieht „wunderschöne lange Dirndl" im gedeckten Grün, „Apfel und auch Oliv", in erdigen Tönen, „etwas elegantes Pastell, Vanille, etwas Beere".

Der „Ton-in-Ton"-Look sei sehr präsent. „Auch die Bluse (mit dezenten Puff- und Rüschenarmeln) wird darauf abgestimmt — insgesamt ein eleganter Trachten-Look. Das alles in hochwertigen Materialien, auch Leinen, Samt und Kord" und matt glänzender Seide. Munz ergänzt: „Dirndl und Blusen mit Flügelärmeln, teilweise abnehmbar, sind populär." Spitze liegt im Trend, ebenso Samt, bestickt mit Enzian oder Edelweiß.

Alexander Wandinger von der Trachtenfachberatung bei der Bezirksheimatpflege Oberbayern sieht einen innovativeren Dreh: „Eine schöne und neue Idee ist es wertige Seidentücher in die Schürzenschleife mit einzubinden. Das funktioniert auch, wenn das Schürzenband mit einer Schließe im Rücken geschlossen wird und das Seidentuch dann als Schleife und Blickfang fungiert."

Und was ziehen die Männer an?

Immer häufiger historische Originale. „Bei den Männern gibt es — auch in München — immer mehr den Mix zwischen besonders schönen historischen originalen Trachten", sagt Wandinger. Die No-Gos zählt Munz auf: „Tennissocken zur Lederhose, schlecht sitzende Lederhosen, die ausgebeult aussehen, Kurzarmhemden und Lederhosen aus Plastik".

Cathy Hummels, Influencerin und erfahrene Wiesn-Gängerin, formuliert ihre Grundregel: „Mein größtes No-Go ist es, sich für die Wiesn zu verkleiden. Tracht ist schließlich kein Kostüm. Man darf modisch und mutig sein, aber für mich sollte der Look immer eine gewisse Wertigkeit behalten."

Muss man überhaupt Tracht tragen?

Nein. Bezirksheimatpfleger Appl macht mit Rückblick auf das diesjährige Gäubodenfest in Straubing all jenen Mut, die keine Lust darauf haben: „Was meiner Einschätzung nach insgesamt auffällt ist, dass die ‚Uniformierung', das heißt, dass man vor einigen Jahren den Eindruck hatte, als wäre Tracht bei Volksfesten vorgeschrieben und Voraussetzung für einen Zeltbesuch, endgültig vorbei sind."

Und nun bleibt uns nur noch: Ein Prosit auf die Gemütlichkeit!

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