Tödlicher Winter: Fast doppelt so viele Lawinentote | Weather.com
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Tödlicher Winter: So viele Lawinentote gab es seit Jahren nicht

In vielen europäischen Skigebieten ist die Saison nach dem Osterwochenende vorbei. Die Lawinenwarndienste ziehen eine düstere Bilanz. Experten meinen, dass das auch mit dem Klimawandel zu tun hat.

HANDOUT - 21.03.2026, Italien, Ratschings: Rettungsdienste suchen an der Hohen Ferse in Südtirol nach verschütteten Skifahrern, die von einer großen Lawine erfasst wurden. Nach Angaben der italienischen Bergwacht löste sich die Lawine in hochalpinem Gelände an der mehr als 2.600 Meter hohen Hohen Ferse nahe Ratschings. Foto: -/Italienische Bergwacht/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
Im Bild zu sehen sind Einsatzkräfte von Rettungsdiensten, die an der Hohen Ferse in Südtirol nach verschütteten Skifahrern suchen, die von einer großen Lawine erfasst wurden. (21. März 2026)
(Italienische Bergwacht/dpa)

In Europa sind in diesem Winter so viele Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr. Nach einer offiziellen Statistik starben in den Alpen und in anderen europäischen Gebirgen seit Anfang Oktober mindestens 135 Menschen, weil sie unter Schneemassen verschüttet waren. Traditionell hört in vielen europäischen Skigebieten die Saison an Ostern auf. Auch am Wochenende gab es noch einmal einige Unglücke.

Besonders hart betroffen war in diesem Winter Italien, wo insgesamt 38 Lawinentote gezählt wurden - vor allem in Südtirol, das auch bei deutschen Wintersportlern sehr beliebt ist. Dort ereignete sich auch das schlimmste Unglück: Beim Aufstieg zur 3545 Meter hohen Vertainspitze im Ortler-Gebirge wurden Anfang November fünf Bergsteiger von Schneemassen mitgerissen und getötet. Alle fünf kamen aus Bayern.

Fast doppelt so viele Tote wie im Winter 2024/25

Zum Vergleich: Im vorigen Winter 2024/25 gab es in Europa insgesamt 70 Lawinentote. Diese Saison waren es also fast doppelt so viel. Zuletzt wurden 2017/18 noch mehr Todesopfer gezählt: insgesamt 147. Die Statistik stammt vom European Avalanche Warning Service (EAWS), einem Zusammenschluss der nationalen Lawinenwarndienste verschiedener Länder.

Klimawandel erhöht Lawinengefahr

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Fachleute führen die gestiegene Zahl an Lawinentoten unter anderem auf den Klimawandel zurück. Durch steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster im Winter geraten die gewohnten saisonalen Abläufe aus dem Takt. Das hat mitunter zur Folge, dass die Schneedecke insgesamt weniger stabil wird. Altschnee und Neuschnee verbinden sich schlechter, wodurch anfällige Schichten entstehen. Gleichzeitig nehmen starke Winde zu, die vermehrt gefährlichen Triebschnee in bestimmten Hängen ablagern, erklären Expertinnen und Experten.

Außerdem erfreuen sich Skitouren und Abfahrten abseits gesicherter Pisten seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Unter den diesjährigen Lawinenopfern befanden sich auffallend viele Tourengeherinnen und Tourengeher. Vor allem in steilen Hängen im hochalpinen Gelände mahnen die Lawinenwarndienste daher zu besonderer Vorsicht.

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