Alpen verlieren rasant Schnee: Was das für Wintersport jetzt bedeutet | Weather.com
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Alpen verlieren rasant Schnee: Was das für Wintersport jetzt bedeutet

In nur drei Wochen verschwindet in Teilen der Alpen ein Meter Schnee. Die Wintersaison kippt dramatisch schnell in den Frühling.

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In den Alpen verliert der Schnee derzeit im Rekordtempo an Masse. Messungen zeigen, dass die Schneedecke je nach Region täglich um ein bis sieben Zentimeter zurückgeht. Innerhalb von nur drei Wochen sind auf diese Weise regional bis zu ein Meter Schnee verschwunden. Die Schneelage liegt damit in vielen Gebieten bereits klar unter dem langjährigen Mittel.

Deutlich unterdurchschnittliche Schneelage in den Alpen

In höheren Lagen ist zwar noch beachtlich viel Schnee vorhanden – im Écrins-Massiv werden aktuell rund 2,25 Meter gemessen –, insgesamt bleibt die Schneedecke aber hinter früheren Spitzenwintern zurück. In Teilen des Mont-Blanc-Gebiets ist der Schnee sogar bereits rund zehn Tage früher als üblich komplett abgeschmolzen. Das zeigt, wie weit die Saison in vielen Regionen schon fortgeschritten ist.

Südliche Alpen: Schneedecke entspricht bereits Mai-Niveau

In den südlichen Alpen hat sich die Schneeschmelze zuletzt besonders stark beschleunigt. Sonnige Tage und deutlich höhere Temperaturen haben in den vergangenen zwei Wochen zu einem schnellen Rückgang des Schnees geführt. Die Verhältnisse erinnern vielerorts eher an einen typischen Mai als an das aktuelle Datum.

Die Schneegrenze ist deutlich in die Höhe geklettert:

  • an Nordhängen auf etwa 1800 bis 2000 Meter
  • an Südhängen regional sogar auf bis zu 2600 Meter
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Für Wintersportler bedeutet das: In vielen tieferen Lagen ist die Saison damit faktisch beendet, Skibetrieb ist häufig nur noch in hochalpinen Skigebieten möglich.

Pyrenäen: Viel Schnee, aber steigende Lawinengefahr

In den Pyrenäen zeigt sich ein anderes Bild. Trotz einsetzender Schneeschmelze liegt in höheren Lagen weiterhin reichlich Schnee. Mit der fortschreitenden Schneeschmelze wächst hier allerdings die Lawinengefahr – Tourengeher und Freerider sollten daher unbedingt auf aktuelle Lawinenberichte und Warnstufen achten.

Auffällig ist außerdem eine bräunliche Verfärbung der Schneedecke: Im Winter deponierter Wüstenstaub tritt mit der Schmelze wieder stärker zutage und färbt den Schnee stellenweise deutlich ein. Auf Korsika sind die Schneeverhältnisse für die Jahreszeit ebenfalls noch vergleichsweise gut, auch wenn täglich einige

Mittelgebirge: Winter praktisch beendet

In den Mittelgebirgen wie Schwarzwald, Vogesen oder Jura ist der Winter nahezu durch. Nur auf den höchsten Gipfeln liegen noch vereinzelte kleine Schneefelder, ansonsten ist der meiste Schnee bereits abgetaut. Für Wintersport ist die Saison in diesen Regionen damit abgeschlossen.

Was die aktuelle Schneelage für Wintersportler bedeutet

  • Skiurlaub in den Alpen: Planen Sie möglichst hoch gelegene Skigebiete ein, da in tieferen Lagen der Schnee vielerorts nicht mehr ausreicht. Webcams von Bergbahnen geben einen guten Überblick über die vorhandenen Schneevorkommen.
  • Touren- und Lawinensicherheit: In Regionen mit noch viel Schnee, etwa in den Pyrenäen, steigt mit der Schneeschmelze die Lawinengefahr. Bitte vor jeder Tour beim regionalen Lawinenwarndienst informieren.
  • Frühlingswanderungen: In den Mittelgebirgen sind viele Wege inzwischen schneefrei und frühzeitig für Wanderungen und Ausflüge nutzbar. In höheren Alpenlagen kann dagegen oberhalb der Schneegrenze noch winterliches Gelände mit Restschnee und Eisfeldern warten.
Die aktuelle Entwicklung macht deutlich: Der Frühling hat in vielen Bergregionen außergewöhnlich früh und kräftig eingesetzt – und lässt den Schnee in kurzer Zeit deutlich schrumpfen.

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