Sturzfluten töten über 280 Menschen in Südasien | Weather.com
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Sturzfluten reißen in Indien und Pakistan Hunderte in den Tod

Starke Regenfälle lösen tödliche Sturzfluten in Bergregionen aus. Viele Menschen werden noch vermisst.

Pakistan, Pir Baba: Ein Anwohner räumt nach den Überschwemmungen Schutt und Schlamm aus einem Geschäft. Foto: Muhammad Sajjad/AP/dpa
Pakistan, Pir Baba: Ein Anwohner räumt nach den Überschwemmungen Schutt und Schlamm aus einem Geschäft.
(Muhammad Sajjad/AP/dpa)

Bei starken Regenfällen in Südasien sind mehr als 280 Menschen gestorben. Hunderte werden noch vermisst, Tausende mussten gerettet werden.

Was ist in Indien und Pakistan passiert?

Mehr als 280 Menschen sind nach schweren Sturzfluten in Indien und Pakistan ums Leben gekommen. Die Fluten wurden durch heftige Regenfälle ausgelöst, die vor allem abgelegene Bergregionen in beiden Ländern trafen. Am Freitag galten noch viele Menschen als vermisst. In den betroffenen Gebieten waren zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz. Rund 1.600 Menschen konnten in Sicherheit gebracht werden.

Welche Regionen sind besonders betroffen?

Im Himalaya-Gebiet kam es zu besonders schweren Verwüstungen. In Indien führte das Hochwasser zum Abbruch einer großen hinduistischen Pilgerfahrt. Besonders hart getroffen wurde das Dorf Chositi im indisch kontrollierten Teil Kaschmirs. Dort starben mindestens 60 Menschen, 80 gelten noch als vermisst. In Pakistan riefen die Behörden im Bezirk Buner den Notstand aus. Dort kamen allein 157 Menschen ums Leben. Insgesamt starben in Pakistan innerhalb von 24 Stunden mindestens 243 Menschen.

Wie verlaufen die Rettungsmaßnahmen?

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Die Behörden sind mit Soldaten, Polizei und Freiwilligen im Einsatz, um Vermisste zu finden und Touristen zu evakuieren. In Chositi durchkämmten Rettungsteams das schwer getroffene Gebiet. Tausende Pilger wurden von überfluteten Waldwegen in Sicherheit gebracht. In Pakistan stürzte ein Hubschrauber mit Hilfsgütern für das Hochwassergebiet Bajaur ab – alle fünf Insassen starben.

Warum kommt es in dieser Region so häufig zu solchen Katastrophen?

Heftige Regenfälle über kleinen Gebieten sind im Himalaya häufig – die steilen Hänge fördern Sturzfluten und Erdrutsche. Laut Experten hat sich die Lage durch den Klimawandel weiter verschärft. Dazu kommen Faktoren wie illegale Abholzung und unkontrollierte Bebauung in gefährdeten Gebieten. Das macht die Schäden noch gravierender.

Gab es Warnungen?

Ja – in Pakistan hatte die Katastrophenschutzbehörde bereits vor Überschwemmungen durch Gletscherseen gewarnt. Trotzdem reisten auch in diesem Sommer wieder viele Touristen in die betroffenen Regionen. Im Siran-Tal im Bezirk Mansehra wurden am Donnerstag 1.300 Urlauber durch Sturzfluten eingeschlossen und später gerettet.

Was ist mit der hinduistischen Pilgerfahrt?

Die jährliche Pilgerreise in Nordindien wurde nach dem Unglück gestoppt. Chositi ist der letzte Ort, der noch mit Fahrzeugen erreicht werden kann. Danach geht es zu Fuß weiter – doch die Fluten rissen eine Pilgerküche und viele Häuser mit sich. Mehr als 4.000 Pilger wurden bislang aus dem Gebiet evakuiert.

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