-45 Grad! USA erlebt stärksten Wintersturm des Jahres | Weather.com
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-45 Grad! USA erlebt stärksten Wintersturm des Jahres

Eiseskälte, massenhaft Schnee und Stromausfälle: Ein ungewöhnlich starker Wintersturm hält Teile der USA zum Jahreswechsel weiter fest im Griff und sorgt für Chaos.

Winterdienste kommen in USA kaum mit dem Schneeräumen hinterher. Im Bild zu sehen sind Schneepflüge, die das Vorfeld auf dem LaGuardia Airport in New York räumen. Neben den starken Schneefälle ergreift auch arktische Kälte weite Landesteile. Foto: Zhang Fengguo/XinHua/dpa
Winterdienste kommen in USA kaum mit dem Schneeräumen hinterher. Im Bild zu sehen sind Schneepflüge, die das Vorfeld auf dem LaGuardia Airport in New York räumen. Neben den starken Schneefälle ergreift auch arktische Kälte weite Landesteile.
(Zhang Fengguo/XinHua/dpa )

Teile der USA ringen nach einem schweren Wintersturm zum Jahreswechsel weiter mit eisiger Kälte. Für Teile der Bundesstaaten Iowa, Nebraska, Minnesota und Wisconsin sagten Meteorologen schneidende Winde vorher. Auch am Mittwoch waren noch Tausende Stromkunden von der Versorgung abgeschnitten, nachdem ein Wintersturm dem Mittleren Westen, dem Gebiet der Großen Seen und dem Nordosten des Landes in dieser Woche teils heftigen Schneefall, Eis und Regen beschert hatte.

Am Dienstag hatten die Versorger die Zahl der landesweit von Stromausfällen betroffenen Kunden mit 60.000 angegeben, für den Silvestertag lagen zunächst keine neuen Zahlen vor.

Kaltfront folgt auf Bomben-Zyklon

Die aktuelle Kaltfront folgt auf ein Sturmsystem, das über dem Mittleren Westen und dem Gebiet der Großen Seen so rasch an Intensität zunahm, dass es aus Sicht der Meteorologen die Kriterien für einen Bomben-Zyklon erfüllte.

Nick Korstad, der seit dem Jahr 2018 in der Leuchtturmanlage Big Bay Point auf der Oberen Halbinsel des Bundesstaats Michigan lebt, sagte, es sei der stärkste Sturm gewesen, den er seit seinem Einzug erlebt habe. Böen von bis zu 121 Kilometern pro Stunde hätten das Haus erzittern lassen, während Wellen gegen die darunter liegenden Klippen schlugen. Der Sturm führte zu einem 40-stündigen Stromausfall, der das Leuchtturmfeuer zum Erlöschen brachte und Korstad zwang, auf Öllampen und Kaminfeuer zurückzugreifen.

"Wenn die Winde diese Stärke erreichen, dröhnt das ganze Haus, die Fenster biegen sich und man spürt das Hämmern der Wellen gegen die Sandsteinklippe", sagte er am Dienstag.

Arktische Kälte breitet sich aus

In Wisconsin erwarteten die US-Meteorologen einen deutlichen Temperatursturz. In der waldreichen Northwoods-Region könnten die Werte auf bis zu minus 23 Grad Celsius absinken, sagte Cameron Miller, ein Meteorologe des nationalen Wetterdienstes in dem Bundesstaat. Am Silvesterabend seien sogar Werte zwischen minus 29 und minus 32 Grad möglich.

Meteorologen erwarten "Schneemaschinen"-Effekt

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Laut dem Wetterdienst sollte sich eisige Luft über weite Teile der östlichen zwei Drittel des Landes ausbreiten. Das könne den "Schneemaschinen"-Effekt in Regionen verstärken, die im Windschatten der Großen Seen liegen.

Tierheim muss Hund evakuieren wegen Schneemassen

In New Jersey musste ein Tierheim nach Schneeschäden an einigen Zwingern kurzfristig Pflegestellen für mindestens 30 Hunde finden. Schnee sei offenbar von einem Nachbardach auf eine Überdachung über den rückwärtigen Bereichen einiger der rund 125 Zwinger im Tierheim der Associated Humane Societies in Newark gerutscht, sagte Social-Media-Managerin Olivia Gonzalez. Reparaturen könnten erst beginnen, wenn die Tiere anderweitig untergebracht seien. Nach einem Aufruf in sozialen Medien seien zwei Hunde in Pflegefamilien untergekommen, zugleich seien aber sechs neue streunende Hunde ins Tierheim gekommen, sagte Gonzalez.

Im Norden und Westen des Bundesstaats New York könnte sich der Schnee nach Einschätzung von Meteorologen in dieser Woche gebietsweise auf fast einen Meter Höhe auftürmen. Starke Winde hatten dort zum Wochenstart Strommasten zum Einsturz gebracht. Videoaufnahmen, die in sozialen Medien kursierten, zeigten Passanten, die sich abmühten, gegen die Böen anzukommen.

Rosenparade in Kalifornien könnte im Regen versinken

In Teilen Südkaliforniens rissen Böen von teils mehr als 112 Kilometern pro Stunde Bäume um, nachdem vorangegangene Stürme den Boden aufgeweicht hatten. Im Bezirk Los Angeles County sollten wegen erwarteten Regens am heutigen Mittwoch Evakuierungsanordnungen in Gebieten in Kraft treten, die in diesem Jahr von schweren Waldbränden betroffen waren.

Die Polizei ging von Tür zu Tür und forderte die Anwohner auf, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. In Pasadena könnte Regen am Neujahrstag zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten die traditionelle Rosenparade behindern.

Silvesterfeuerwerk in Alaska verschoben

Im Bundesstaat Alaska, wo Kälte in dieser Jahreszeit die Norm ist, herrschten laut dem Meteorologen Jacob Troyke noch widrigere Bedingungen als in anderen Jahren. Der Dezember sei ungewöhnlich lange ungewöhnlich kalt gewesen, sagte er. Teils seien die Temperaturen auf fast minus 45 Grad Celsius abgesunken.

Die extreme Kälte und die Gefahr von Eisnebel veranlassten die Sponsoren einer Silvesterfeuerwerksshow der University of Alaska Fairbanks, die Veranstaltung zu verschieben, wie die Universität mitteilte. In der Hauptstadt des Bundesstaats, Juneau, taten sich die Straßenmeistereien schwer, mit dem rekordträchtigen Schneefall im Dezember Schritt zu halten.

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