Azorenhoch bringt uns Kälte und USA die Hitze | Weather.com
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Azorenhoch bringt uns die Kälte und tropische Luft nach Amerika

Arktische Luft mit Schnee erwartet uns zu Weihnachten. Und in Amerika werden es bis zu 30 Grad. Beides hat mit dem Azorenhoch zu tun.

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An Weihnachten schlägt das Wetter plötzlich um und das nicht nur bei uns in Deutschland. In Amerika ist es an Weihnachten teils 20 Grad zu warm. In Deutschland kommt es dagegen zu einem Wintereinbruch mit Schneefall und Eiseskälte.

Es wäre zu einfach, dass alles auf den Polarwirbel zu schieben. Denn mit der tropischen Luft in den Amerika hat der nicht viel zu tun. Es gibt noch einen anderen starken Akteur beim Wetter: das Azorenhoch.

Azorenhoch dominiert das Weihnachtswetter

Das Azorenhoch steckt letztlich hinter der Tropenluft in Amerika und den kalten Luftmassen in Deutschland. Denn das Hoch ist stark genug, den Polarwirbel zu stören und nach Sibirien zu verschieben.

Normalerweise ist Hochdruck für viel Sonnenschein bekannt. Aber man muss sich nur mal vor Augen führen, warum die Sonne bei Hochdruck eigentlich scheint. Hochdruckgebiete drücken aus der Höhe die gesamte Luftsäule nach unten. Der Druck und die Temperaturen steigen und die Wolken verdunsten. Es steckt also eine enorme Kraft in unseren Hochdruckgebieten.

Azorenhoch verschiebt den Polarwirbel und Kälte kommt nach Deutschland

Und starke Hochdruckgebiete können Wellen weiterleiten, die den Polarwirbel zur Seite schieben. Und genau das passiert nächste Woche. Unser Azorenhoch lässt die Muskeln spielen und schiebt den Polarwirbel ein paar tausend Kilometer beiseite. Dadurch kann sich die arktische Kaltluft nicht mehr halten und fließt nach Süden. Das Resultat: Kalte Weihnachten in Deutschland, vielleicht sogar mit Schnee.

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Doch auch das ist noch nicht das Ende der Geschichte. Denn das Azorenhoch wird so dominant, dass sich die Luft-Strömungen auf der Nordhalbkugel ändern. Der Polarjet wird nicht einfach nur über dem Atlantik blockiert, sondern die großen Druck- und Temperaturwellen auf der Nordhalbkugel werden verschoben, ausgehend vom Azorenhoch.

Schnelle und markante Wetterwechsel in Europa und Amerika werden ausgelöst, weil sich die Zirkulation auf der Nordhalbkugel ändert. Der Polarwirbel spielt zwar eine wichtige Rolle, aber an der Weihnachts-Hitze in den USA ist er nicht beteiligt.

Bis zu 30 Grad: Tropische Luft an Weihnachten über Amerika

Das Aleuten-Hoch schwächt sich etwas ab und macht Platz für eine neue, große Druckwelle in der Atmosphäre. Und diese neue Welle schiebt tropische Warmluft bis auf die Höhe von Chicago. Die Temperaturen erreichen an Weihnachten in Texas bis zu 30 Grad. In Chicago und Kansas können es immer noch knapp 20 Grad werden.

Diese Wetterlage zeigt, dass unser Azorenhoch das Wetter auf der gesamten Nordhalbkugel verändern kann - und das binnen weniger Tage. Das schafft noch nicht einmal der stärkste Orkan oder Hurrikan. So etwas können nur Hochdruckgebiete.

Warum verändert das Azorenhoch unser Wetter so stark?

Hochdruckgebiete sind Teil der Hadley-Zirkulation: In den Tropen steigt jeden Tag Luft auf und die muss irgendwohin. Normalerweise sinkt die Luft in den Subtropen ab und bildet einen Hochdruckgürtel. Doch der kann sich auch mal nach Norden ausdehnen. Dann kommt die ganze Kraft der Tropen letztlich als Hochdruck bei uns an und ändert das Wetter, in diesem Fall ausgerechnet an Weihnachten.

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