Unwetterbilanz: Die schlimmsten Winterstürme in Deutschland | Weather.com
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Bahnchaos, zerstörte Häuser, Tote: Die verheerenden Folgen von Winterstürmen

Dächer fliegen weg, Bäume kippen um, Züge bleiben stehen: Bei gefährlichen Winterstürmen wie Kyrill und Friederike sterben Menschen. Und sie kosten Milliarden.

09.01.2026, Thüringen, Gera: Polizeibeamte schaufeln Schnee von einer Straße. Foto: Bodo Schackow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Aktuell macht Wintersturm Elli weiten Landesteilen zu schaffen. Die Winterdienste kommen kaum noch hinterher. Am Freitagmorgen, 9. Januar, halfen in Gera Polizeibeamte beim Schneeräumen auf Straßen.
(dpa)

Stürme und Orkane wie aktuell das Sturmtief Elli treten hierzulande häufig im Winter auf, wenn die Temperaturunterschiede zwischen der kalten Luft aus dem Norden und der wärmeren Luft aus dem Süden besonders groß sind.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist gerade im Winter der Jetstream stärker ausgeprägt - in diesem Starkwindband hoch oben in der Atmosphäre sind im Winterhalbjahr demnach Windgeschwindigkeiten mit bis zu 500 Kilometern pro Stunde möglich.

Weniger Baumschäden

Bei Winterstürmen entstehen meist weniger Baumschäden als bei Unwettern im Sommer. Der Grund: Bodenfrost hält die Baumwurzeln fest. Zudem bieten die Bäume in Sommer und Herbst mit ihren Blättern eine größere Angriffsfläche für den Wind und können leichter entwurzelt werden. Nicht selten werden Menschen von umstürzenden Bäumen erschlagen.

Zu den zehn verheerendsten Naturkatastrophen in Deutschland seit 2002 hinsichtlich der versicherten Schäden zählt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vier Winterstürme - Schadenshöhe bezogen auf Bestand und Preise 2024:

Elf Tote bei Orkan Kyrill in Deutschland

Das Orkantief Kyrill zieht Mitte Januar 2007 eine Schneise der Verwüstung durch Europa. Mindestens 47 Menschen sterben – davon 11 in Deutschland. Die Schäden hierzulande werden von den Versicherern auf rund 5,05 Milliarden Euro geschätzt.

Der Schienenverkehr steht erstmals in der Geschichte der Deutschen Bahn fast völlig still. Tausende gestrandete Reisende erreichen ihre Ziele nicht. Am neu gebauten Berliner Hauptbahnhof bringt Kyrill einen tonnenschweren Träger zum Einsturz.

Herbstorkan Jeanett - mindestens 34 Tote

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Wegen des Orkantiefs Jeanett sterben im Oktober 2002 hierzulande mindestens elf Menschen, europaweit mindestens 34. Deutschlandweit stürzen Bäume und Strommasten um, Dächer werden abgedeckt, Baugerüste fliegen durch die Luft. Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen.

An der Ostseeküste reißen sich einige Schiffe los und kentern, Straßen und Autobahnen werden gesperrt. Der Flug- und Bahnverkehr bricht vielerorts zusammen. Die deutschen Versicherer beziffern die Schäden mit 2,05 Milliarden Euro.

Ylenia, Zeynep und Antonia stürmen hintereinander

Ein schwerer Dreifachsturm wie Mitte Februar 2022 tritt äußerst selten auf. Beim Durchzug von Zeynep und Ylenia kommen mindestens sechs Menschen bei Unfällen in Deutschland ums Leben. Auch Antonia verursacht in Teilen des Landes Chaos im Verkehr.

Die Feuerwehren zählen Tausende Einsätze, meist wegen umgestürzter Bäume, umherfliegender Gegenstände oder beschädigter Gebäude. Nach Angaben der Bahn sind zwischenzeitlich mehr als 6000 Kilometer des Streckennetzes nicht zu befahren. Die Versicherer beziffern die Schäden auf mindestens 1,8 Milliarden Euro.

Orkan Friederike bringt Bahn-Fernverkehr zum Erliegen

Infolge des schweren Orkans, der im Januar 2018 von Nordrhein-Westfalen über die Mitte Deutschlands bis nach Sachsen zieht, sterben mindestens acht Menschen.

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn ist bundesweit lahmgelegt, mehrere Flughäfen streichen aus Sicherheitsgründen Flüge. In einigen Bundesländern fällt der Schulunterricht aus. Es entsteht ein versicherter Schaden von rund 1,75 Milliarden Euro.

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