Zwei Millionen Menschen betroffen: Titicacasee nähert sich historischem Tiefstand | Weather.com
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Zwei Millionen Menschen betroffen: Titicacasee nähert sich historischem Tiefstand

ARCHIV - 27.07.2023, Bolivien, Huarina: Teilansicht des Titicacasees in Huarina, Bolivien. Aufgrund niedriger Niederschläge und ungewöhnlich hohen Temperaturen nähert sich der Pegel des Titicacasees zwischen Peru und Bolivien seinem historischen Tiefstand. (zu dpa «Trockenheit und Hitze: Titicacasee nähert sich historischem Tiefstand») Foto: Juan Karita/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Binnen elf Jahren hat der Titicacasee, der 15-mal so groß ist wie der Bodensee, den traurigen Titel als "Bedrohter Sees des Jahres" verliehen bekommen
(dpa)

Aufgrund niedriger Niederschläge und ungewöhnlich hoher Temperaturen nähert sich der Pegel des Titicacasees zwischen Peru und Bolivien seinem historischen Tiefstand. Seit April sank der Wasserstand des Sees um über einen halben Meter auf 3808,19 Meter über der Meeresoberfläche, wie aus Daten des peruanischen Wetterdienstes hervorgeht. Der bislang tiefste Stand auf peruanischer Seite war im Dezember 1996 mit 3808,10 Meter gemessen worden.

Der Wassermangel aufgrund des niedrigen Pegelstands hatte zuletzt heftige Ernteverluste in der Region zur Folge. So sei die Quinoa-Ernte um 90 Prozent eingebrochen, berichtete der Radiosender RPP unter Berufung auf die Handelskammer der Region Puno. Auch der Fischfang, die Jagd und der Tourismus seien betroffen.

Zwei Millionen Menschen sind auf den See angewiesen

Der Titicacasee liegt auf der Grenze zwischen Peru und Bolivien und ist mit einer Fläche von rund 8400 Quadratkilometern der größte Süßwassersee Südamerikas. Er liegt in der Hochebene der Anden und ist das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Welt.

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Als Trinkwasserreservoir ist der See für die rund zwei Millionen Menschen in der Region von großer Bedeutung. Weil die Abwässer der umliegenden Städte und Bergwerke größtenteils ungeklärt in den See fließen, sinkt die Wasserqualität allerdings immer weiter. Die Umweltschutzorganisation Global Nature Fund hat den Titicacasee zum bedrohten See des Jahres 2023 ernannt. Diesen traurigen Titel erhielt der See, der 15-mal so groß ist wie der Bodennsee, im Jahr 2012 schon mal.

Der Titel „Bedrohter Sees des Jahres“ wird jährlich zum Welttag der Feuchtgebiete am 2. Februar vergeben, um auf einen durch menschliche Eingriffe gefährdeten See oder ein entsprechendes Feuchtgebiet aufmerksam zu machen. Die erneute Wahl des Titicacasees begründete der GNF, eine internationale Stiftung für Umwelt und Natur mit Sitz in Radolfzell, mit der Umweltbelastung, der der See seit Jahren ausgesetzt ist - und die zunehme.

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