No Lawn: Warum der klassische Rasen ausgedient hat | Weather.com
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Der perfekte Rasen stirbt aus – warum immer mehr Deutsche auf No Lawn setzen

Der No-Lawn-Trend ersetzt sterile Zierrasen durch Wildblumen und Naturgärten. Experten sehen darin eine Reaktion auf Klimawandel und Artensterben.

Mixed border in an English cottage garden. Abundant planting of shrubs, perennials and annuals.
Der perfekte englische Rasen galt lange als Ideal für eine gepflegten Garten. Heute sehen immer mehr Menschen darin jedoch ein Symbol für hohen Wasserverbrauch und wenig Natur und setzen auf Naturgärten – der sogenannte No-Lawn-Trend.
(GettyImages)

Der klassische englische Rasen verliert zunehmend an Beliebtheit. Der Grund: Heiße Sommer, Trockenheit und das massive Artensterben sorgen bei vielen Gartenbesitzern für ein Umdenken. Besonders in Städten und dicht bebauten Wohngebieten entstehen deshalb immer häufiger sogenannte No-Lawn-Gärten.

Was bedeutet No Lawn überhaupt?

Der Begriff „No Lawn“ stammt aus den USA und bedeutet wörtlich „kein Rasen“. Dahinter steckt die Idee, große Zierrasenflächen durch vielfältige und naturnahe Bepflanzung zu ersetzen. Typisch für No-Lawn-Gärten sind Wildblumenwiesen, Staudenbeete, Kräuter, heimische Pflanzen oder kleine Nutzgärten. Viele Besitzer mähen nur noch selten oder lassen bestimmte Bereiche komplett wild wachsen.

Naturschutzverbände wie der NABU empfehlen seit Jahren mehr Natur im Garten. Der Verband weist darauf hin, dass naturnahe Flächen wichtige Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und Vögel schaffen können.

Warum gerät der klassische Rasen zunehmend in die Kritik?

Ein dichter Zierrasen galt jahrzehntelang als Statussymbol. Doch ökologisch bringt er laut Experten nur wenig Nutzen. Kurz gemähte Rasenflächen bieten Insekten kaum Nahrung und trocknen in heißen Sommern schnell aus.

Hinzu kommt der hohe Pflegeaufwand. Gerade in Trockenperioden benötigen viele Rasenflächen große Mengen Wasser. Nach Angaben des Umweltbundesamtes werden die Folgen des Klimawandels mit längeren Hitze- und Dürrephasen auch in Deutschland immer deutlicher. Viele Gartenbesitzer erleben inzwischen selbst, dass der perfekte grüne Rasen im Sommer oft braun wird. Genau deshalb steigt das Interesse an robusteren und klimaangepassten Alternativen.

Welche Vorteile haben No-Lawn-Gärten?

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No-Lawn-Gärten gelten als deutlich artenreicher. Blühpflanzen liefern Nahrung für Insekten, während Hecken und Stauden Rückzugsorte für Tiere schaffen. Der Bund Naturschutz betont, dass naturnahe Gärten einen wichtigen Beitrag gegen das Artensterben leisten können. Besonders heimische Pflanzen seien für viele Tierarten wertvoll. Auch beim Wasserverbrauch sehen Experten Vorteile. Wildblumen und standortangepasste Pflanzen kommen oft mit deutlich weniger Bewässerung aus als klassischer Zierrasen. Zudem verbessert sich häufig das Mikroklima. Naturgärten speichern Feuchtigkeit besser und heizen sich im Sommer weniger stark auf.

Warum sorgt der Trend trotzdem für Diskussionen?

Nicht jeder findet No-Lawn-Gärten schön. Viele Menschen verbinden Ordnung und Pflege weiterhin mit einem sauber gemähten Rasen. Vor allem in Wohnsiedlungen kommt es deshalb manchmal zu Streit. Wilde Ecken oder hohe Blumenwiesen wirken auf manche Nachbarn ungepflegt. In einigen Fällen sorgen sogar Vorgaben von Vermietern oder Eigentümergemeinschaften für Konflikte. Gartenexperten betonen allerdings, dass ein Naturgarten nicht einfach verwildern sollte. Auch No-Lawn-Flächen brauchen Planung und Pflege.

Wie gelingt der Einstieg in einen No-Lawn-Garten?

Wer seinen Garten naturnaher gestalten möchte, muss nicht sofort den kompletten Rasen entfernen. Experten empfehlen kleine Schritte. Schon einzelne Wildblumeninseln, weniger häufiges Mähen oder heimische Stauden können die Artenvielfalt verbessern. Besonders wichtig seien laut NABU regionale Pflanzenarten, weil sie besser an heimische Insekten angepasst sind.

Auch auf chemische Pflanzenschutzmittel sollte möglichst verzichtet werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt zudem, sogenannte „Unkräuter“ stärker zu tolerieren und Flächen schrittweise in Wiesen umzuwandeln.

Ist No Lawn nur ein Trend oder die Zukunft der Gärten?

Viele Fachleute glauben, dass der klassische Zierrasen langfristig an Bedeutung verlieren wird. Der Klimawandel zwingt viele Gartenbesitzer bereits heute zum Umdenken. Heiße Sommer, Wasserknappheit und das Artensterben verändern zunehmend die Vorstellung davon, wie ein schöner Garten aussehen soll. No Lawn steht deshalb für weit mehr als nur einen Gartentrend. Für viele Menschen ist es ein Zeichen dafür, dass selbst kleine Flächen im Alltag zum Lebensraum für Tiere und Pflanzen werden können.

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