Winter-Blackout: So bereiten Sie sich auf einen Stromausfall vor | Weather.com
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Falls der Strom ausbleibt: So können Sie sich vorbereiten

Der Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin hat gezeigt, wie ein Blackout ganze Stadteile lahmlegen und die Menschen in Notsituationen bringen kann. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt Tipps, wie man sich auf solche Extremfälle vorbereiten kann.

06.01.2026, Berlin: Ein Haus an der Potsdamer Chaussee in Südwest Berlin ist nach einem Stromausfall ohne Strom. Zehntausende Menschen im Südwesten der Hauptstadt haben keinen Strom. Foto: Christophe Gateau/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
Wie wichtig eine Vorsorge vor allem im Winter ist, zeigt auch das Berliner Beispiel. Denn wenn im Winter der Storm ausfällt, geht meist die Heizung auch nicht mehr.
(dpa)

Bis zu dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz, der zum Jahresbeginn ganze Stadteile für Tage vom Strom abtrennte, war für viele Menschen in Deutschland ein längerer Blackout nur ein theoretisches Konstrukt. Das bestätigen auch die Zahlen, die Marianne Suntrup, Sprecherin beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK), bezüglich Stromversorgung bis dato nennt: „Grundsätzlich hat Deutschland eine sehr sichere Stromversorgung. 11,7 Minuten ohne Strom – das war der Durchschnittswert pro Verbraucher in Deutschland im Jahr 2024. Ein Vergleich mit den Nachbarländern zeigt zudem, dass das deutsche Stromnetz im europäischen Vergleich nach wie vor zu den zuverlässigsten zählt.“

Viele Ursachen für einen möglichen Blackout

Einen Blackout – also der unkontrollierte Ausfall im europäischen Verbundnetz, durch den es zu Ausfällen größerer Teile der europäischen Stromversorgung kommt – hat es vor dem Berliner Stromausfall in Deutschland selten gegeben. Doch auch wenn großflächige und langandauernde Stromausfälle zwar grundsätzlich laut BKK-Sprecherin unwahrscheinlich seien, könnten kleinere und regional begrenzte Stromausfälle nicht gänzlich ausgeschlossen werden könnten.

Ursachen dafür gebe es viele: Neben technischem und menschlichem Versagen zählen auch zunehmende Extremwetterereignisse, Sabotageakte oder Cyberangriffe dazu. Nicht erst seit Berlin sei eine Vorbereitung auf Stromausfälle folglich „sehr sinnvoll und bleibt ein wichtiges Szenario im Bevölkerungsschutz“, so die BKK-Sprecherin.

Auch viele Heizungen funktionieren dann nicht mehr

Wie wichtig eine Vorsorge vor allem im Winter ist, zeigt auch das Berliner Beispiel, bei dem viele Menschen vorübergehend ihre Wohnungen verlassen haben. „Viele Heizungen funktionieren nicht mehr, weil die Umwälzpumpen Strom benötigen“, erklärt Suntrup die möglichen Folgen.

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„Neben gesundheitlichen Risiken durch anhaltende Kälte kommt auch die früh einsetzende Dunkelheit erschwerend dazu, wodurch zusätzliche Vorräte – zum Beispiel Brennholz, Decken, alternative Kochmöglichkeiten – notwendig werden. “Winterliche Bedingungen könnten nicht zuletzt auch zu verlangsamten Reparaturen des Stromnetztes führen.

Realistische und schrittweise Vorsorge

Bei der Vorbereitung für den Ernstfall ist laut Suntrup eines besonders wichtig: „Vorsorge muss realistisch, alltagstauglich und schrittweise erfolgen. Es geht nicht um Extremszenarien, sondern darum, für einige Tage selbst handlungsfähig zu bleiben“, betont sie. Wie sie weiter erklärt, soll für die Grundvorsorge Folgendes auf jeden Fall vorbereitet sein:

  • Idealerweise etwa zwei Liter Trinkwasser pro Person und Tag
  • Lebensmittel für mehrere Tage, die ohne Kühlung haltbar sind und möglichst ohne oder mit kurzer Kochzeit auskommen
  • Taschenlampen oder Stirnlampen (mit Ersatzbatterien)
  • Batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio, um weiter Informationen erhalten zu können
  • Medikamente und medizinische Grundausstattung, insbesondere für chronisch Kranke
  • Hygieneartikel und einfache Haushaltsmittel
  • Geladenes Mobiltelefon sowie gegebenenfalls eine Powerbank

Als sinnvolle Ergänzung – sozusagen die „Bonusausstattung“ – empfiehlt Suntrup noch folgendes:

  • Alternative Kochmöglichkeiten (zum Beispiel Gaskocher, Grill – nur im Freien)
  • Warme Kleidung, Decken oder Schlafsäcke, besonders für den Winter
  • Kerzen und Streichhölzer (mit Brandschutzbewusstsein)
  • Bargeld, da elektronische Zahlungssysteme ausfallen können
  • Kopien wichtiger Dokumente in Papierform

Wichtig ist laut BKK-Sprecherin, dass die Vorräte nicht eingelagert werden, sondern als sogenannter „lebender Vorrat“ im Alltag genutzt und regelmäßig ersetzt werden. „So bleibt die Vorsorge aktuell und verursacht keinen zusätzlichen Aufwand“, sagt sie. Die private Vorsorge helfe dabei nicht nur dem Einzelnen, sondern entlaste im Ernstfall auch Einsatzkräfte und Behörden, die sich dann auf besonders schutzbedürftige Menschen konzentrieren könnten.

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