Hitze in Europa: Warum hohe Temperaturen hier oft belastender sind | Weather.com
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Warum sich Hitze in Europa anders anfühlt als in klassischen Hitzeregionen

Extreme Hitze trifft Europa mit voller Wucht. Weshalb 38 Grad in Deutschland, Frankreich oder Großbritannien oft belastender sind als in Miami oder Dubai, liegt nicht nur am Wetter.

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Europa erlebt derzeit eine historische Hitzewelle. Wir sehen im Moment reihenweise Schlagzeilen über Temperaturrekorde in Europa. 44 Grad in Paris, über 38 Grad in London und auch Deutschland steuert auf die 40 Grad zu.

Viele fragen sich deshalb, warum sich diese Hitze hier oft so viel belastender anfühlt als in Regionen wie Miami oder Dubai, in denen hohe Temperaturen deutlich häufiger vorkommen.

Ein wichtiger Grund ist die fehlende Vorbereitung auf solche Wetterlagen. In klassischen Hitzeregionen sind Klimaanlagen in Wohnungen, Büros, Geschäften und öffentlichen Gebäuden weit verbreitet. In Europa ist das anders: Viele Gebäude verfügen über keine technische Kühlung. Dadurch heizen sich Innenräume während einer Hitzewelle schnell auf und kühlen oft nur langsam wieder ab.

Europa ist nicht auf diese Hitze vorbereitet

Auch die typische traditionelle Bauweise in Mitteleuropa spielt eine zentrale Rolle. Viele Häuser wurden über Jahrzehnte vor allem mit Blick auf kalte Winter errichtet. Materialien wie Beton, Kalksandstein und Ziegel speichern Wärme besonders gut. Genau das wird bei anhaltender Hitze zum Problem, denn die Gebäude geben die aufgenommene Wärme nur verzögert wieder ab. Wohnungen können dadurch selbst dann noch sehr warm bleiben, wenn die Außentemperaturen am Abend bereits etwas sinken.

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Hinzu kommt ein geografischer Aspekt: Viele Städte in Europa liegen nördlicher, als viele Menschen vermuten. Entsprechend sind Stadtplanung, Gebäudestruktur und Lebensgewohnheiten historisch eher auf kühlere Bedingungen ausgerichtet als auf lang anhaltende extreme Hitze.

Tropische Nächte erhöhen die Belastung

Besonders kritisch wird die Lage, wenn zu den heißen Tagen auch mehrere tropische Nächte kommen. Bleiben die Temperaturen nachts hoch, kann der Körper kaum regenerieren. Die fehlende nächtliche Abkühlung erhöht die Belastung deutlich und macht Hitzewellen vor allem für ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Personen gefährlich.

Dass sich 35 oder 38 Grad in Europa oft anders anfühlen als in Miami oder Dubai, liegt daher nicht nur an der Temperatur selbst. Entscheidend sind die Bedingungen vor Ort: weniger Klimaanlagen, wärmespeichernde Gebäude und eine Infrastruktur, die auf solche Extremwerte bislang nur begrenzt ausgelegt ist. Zum Vergleich: Während in den USA über 90 Prozent der Haushalte über eine Klimaanlage verfügen, sind es in Europa dagegen nur 20 Prozent.

Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Hitze in Europa längst mehr ist als ein kurzfristiges Sommerphänomen. Je häufiger extreme Temperaturen auftreten, desto wichtiger werden Anpassungen bei Gebäuden, Stadtplanung und Hitzeschutz.

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