Tödlicher Zecken-Erreger befällt Hunde in USA | Weather.com
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Forscher besorgt: Tödlicher Zecken-Erreger befällt Hunde in USA

In den USA sterben Hunde an einem neu entdeckten Zecken-Erreger. Forscher fürchten nun die Gefahr für Menschen.

Close up of unrecognizable vet taking sample with cotton swab from a dog's ear.
Im Südosten und im Mittleren Westen sind mehr als ein Dutzend Hunde in den vergangenen Jahren durch einen neu entdeckten Erreger gestorben. Forscher sind besorgt, dass der Virus auch auf Menschen übergehen könnte.
(GettyImages)

In den USA ist ein neuer, von Zecken übertragener Krankheitserreger bei Hunden entdeckt worden. Forschende der North Carolina State University identifizierten das bisher unbekannte Bakterium Rickettsia finnyi, das zur Gruppe der Fleckfieber-Erreger gehört. Mehrere infizierte Hunde sind bereits gestorben.

Diese Symptome treten auf

Berichten zufolge traten die ersten Fälle bereits 2020 auf. Inzwischen wurden mindestens 17 infizierte Hunde vor allem im Südosten und Mittleren Westen der USA registriert. Betroffene Tiere zeigten mäßige bis schwere Symptome wie Fieber, Lethargie und eine verringerte Zahl an Blutplättchen. Viele Hunde sprachen auf eine Behandlung mit Antibiotika an, dennoch kam es zu tödlichen Verläufen.

Forscher: Virus könnte auf Menschen überspringen

Besonders besorgniserregend ist nach Angaben der Forschenden, dass sich Rickettsia finnyi über mehr als 100 Tage in den Immunzellen von Hunden halten kann. Hunde könnten damit als dauerhafte Träger fungieren. Zwar sind bislang ausschließlich Hunde betroffen, die Wissenschaftler warnen jedoch, dass Erreger aus dieser Gruppe grundsätzlich auch auf den Menschen überspringen können und deshalb streng überwacht werden sollte.

Möglicher Überträger ist die Lone-Star-Zecke

Lone Star Tick flagging down a ride
Die Lone-Star-Zecke (Amblyomma americanum) ist in Nordamerika beheimatet und in Deutschland nicht heimisch
(GettyImages)
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Als möglicher Überträger gilt die in den USA weit verbreitete Lone-Star-Zecke, in der genetisches Material von Rickettsia finnyi nachgewiesen wurde. Endgültig bestätigt ist diese Zeckenart als Hauptvektor jedoch noch nicht.

Der Fall verdeutlicht nach Einschätzung von Wissenschaftlern, dass sich mit milderen Wintern und längeren warmen Phasen die Zeckensaison verlängert und Lebensräume von Zecken, Haustieren und Menschen stärker überlappen – ein Faktor, der die Verbreitung neuer Erreger begünstigen kann.

Für Europa und Deutschland liegen derzeit keine Nachweise von Rickettsia finnyi vor.

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