Kalifornier können Libellenschwärme bewundern | Weather.com
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Kalifornier können ungewöhnliche Libellenschwärme bewundern

Kalifornier können Libellenschwärme bewundern

Eine Libelle in Kalifornien. AP Photo/Jeff Chiu
Eine Libelle in Kalifornien
(AP Photo/Jeff Chiu)

Peter Veilleux ging mit seinem Hund am Lake Merritt in Oakland spazieren, als plötzlich etwa Hundert Libellen auf einmal auftauchten. "Es war großartig, sie zu sehen", sagt er. Der Anblick erstaunte ihn so sehr, dass er auf Facebook etwas dazu postete und dort fragte, ob auch andere zuletzt derartige Schwärme gesehen hätten. Dutzende Nutzer aus der Bay Area um San Francisco sowie aus anderen Teilen Kaliforniens berichteten daraufhin von eigenen Sichtungen.

Dass in den Sommermonaten in Kalifornien Libellen herumfliegen, ist normal. In dieser Zeit verlassen sie die Gewässer, in denen sie ihr Larvenstadium verbracht haben, und beginnen ein "zweites Leben" als fliegende Insekten. Die ungewöhnliche Häufung habe vermutlich mit den warmen Monsunstürmen zu tun, die gegen Ende des Frühjahrs und zu Beginn des Sommers über den US-Bundesstaat hinweggefegt seien, sagt Kathy Biggs, Libellen-Expertin und Co-Autorin des Buchs "Dragonflies of California" ("Die Libellen Kaliforniens").

Willkommene Schädlingsbekämpfer

Bei den meisten Sichtungen von Schwärmen in der Region handelt es sich laut Biggs vermutlich um Wanderlibellen. Die Art sei dafür bekannt, sich stark zu vermehren, wenn es die Bedingungen hergäben, sagt die Expertin. Die kleinen Tiere könnten in der Luft Geschwindigkeiten von bis zu etwa 55 Kilometern pro Stunde erreichen und durch die Nutzung von Luftdruckveränderungen sehr große Strecken zurücklegen. "Man könnte sagen, sie surfen auf dem Luftdrucksystem", sagt Biggs.

Für Joe Del Bosque kommt das seltene Phänomen gelegen. Er hat im kalifornischen Bezirk Fresno eine Farm, auf der Anfang des Monats Libellenschwärme in drei bis sechs Metern Höhe über den Feldern aufgetaucht waren. "Wir haben sie jedes Jahr. Aber diesmal waren es mehr als sonst", betont er. Er schätze die fliegenden Jäger sehr, weil sie Blattläuse, Mottenschildläuse und Fruchtfliegen äßen. Sie seien also hervorragend für die Schädlingsbekämpfung. "Sie sind wie kleine Kampfjets", sagt Del Bosque. "Sie stürzen sich auf andere Insekten und fangen sie im Flug."

Die Zeit in der Luft ist kurz

Den Großteil ihres Lebens verbringen die Libellen ohne Flügel - und unter Wasser. Nach der Paarung legen die Weibchen dort ihre Eier ab. Nach dem Schlüpfen verbringen die jungen Libellen viele Monate als Larven, bei einigen Arten sind es bis zu fünf Jahre. Bereits in diesem Stadium beginnen sie zu jagen und ernähren sich unter anderem von Mückenlarven und Kaulquappen.

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Sobald sie aus dem Wasser herauskommen, häuten sie sich und verwandeln sich in vierflügelige Insekten, die ihre beiden Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen können. Dies verleiht ihnen die besondere Fähigkeit, vorwärts und rückwärts sowie hoch und runter zu fliegen und auch in der Luft auf der Stelle stehen zu bleiben.

Ihre Lebensphase als fliegende Wesen ist allerdings kurz, meist dauert sie nur wenige Wochen oder Monate. Neben der Jagd auf andere winzige Insekten verbringen die Libellen diese Zeit damit, neue Gewässer zu suchen, um den Lebenszyklus schließlich mit der Paarung und Eiablage wieder von vorn beginnen zu lassen.

Äußerst effektive Jäger

"Sie sind super agile, super starke fliegende Insekten mit wirklich guter Sehkraft, wirklich guten Augen und wirklich starken Flugmuskeln. Und sie sind gefräßige Raubtiere, die sich nonstop von Mücken ernähren", sagt der Insektenkundler Chris Grinter von der California Academy of Sciences in San Francisco. Libellen zählten zu den effektivsten Raubtieren überhaupt, denn sie hätten bei der Jagd eine Erfolgsquote von mehr als 90 Prozent. "Sie können Hunderte Mücken an einem einzigen Tag fressen", sagt Grinter.

Libellen werden von den Menschen seit Tausenden Jahren bewundert. Für die amerikanischen Ureinwohner sind sie ein Symbol für Reinheit und Glück. In der japanischen Kultur stehen sie für Kraft, Agilität und Triumph. In einigen Teilen Europas derweil galten Libellen einst auch als ein Sinnbild für das Böse oder für Ungemach.

Libellen lieben Teiche und sonnige Plätze

Wer Libellen in den eigenen Garten locken will, dem empfiehlt die Expertin Biggs einen Verzicht auf Pestizide und die Anlage von fischfreien Teichen sowie von sonnigen Plätzen, an denen sich die Tiere niederlassen können. In Kalifornien gibt es ihren Angaben zufolge etwa 70 Libellenarten, von denen die meisten aber keine Wandertiere sind, sondern stets in der Nähe des Ortes bleiben, an dem sie geschlüpft sind.

Einige Libellen würden bereits im Frühjahr in die Lüfte steigen, zum Teil sogar noch während der Schneeschmelze, sagt Grinter. Manche könnten sogar in der Mojave-Wüste, an den heißesten und trockensten Orten Kaliforniens, überleben. Biggs betont, dass die Wanderlibellen eine Ausnahme seien. "Sie bleiben oft einige Tage in einem Gebiet und ziehen dann weiter", sagt sie.

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