Waldbrand in Tschernobyl: Behörden warnen vor Brandpartikeln in der Luft | The Weather Channel
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Waldbrand in Tschernobyl: Behörden warnen vor Brandpartikeln in der Luft

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Waldbrand in Tschernobyl: Behörden warnen vor schädlichen Partikeln in der Luft

Waldbrände im strahlenverseuchten Gebiet rund um Tschernobyl sind nach offiziellen Angaben gelöscht worden. In manchen Gebieten gebe es aber noch Glutnester, sagten ukrainische Katastrophenschutzbeamte am Dienstag.

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Präsident Wolodymyr Selenskyj rief die Bürger auf, nicht in Panik zu verfallen. „Niemand verbirgt die Wahrheit vor Ihnen“, versicherte er. „Die Wahrheit ist jetzt, dass die Lage unter Kontrolle ist.“

Feuerwehrleute über zehn Tage hinweg im Einsatz

Hunderte Feuerwehrleute waren über zehn Tage hinweg im Einsatz, um mehrere Brände rund um Tschernobyl einzudämmen. Die ursprünglichen Feuer konnten zwar unter Kontrolle gebracht werden, danach entwickelten sich aber immer wieder neue Flammen näher an der Atomruine.

Regen hat geholfen

Die Flammen hätten die Altbrennstoff-Lager und andere Anlagen in Tschernobyl nicht eingekapselt, sagte der Chef des Katastrophenschutzes, Mykola Tschetschetkin.

Regen habe den Einsatzkräften beim Kampf gegen die Flammen geholfen. Es werde aber noch einige Tage brauchen, um die Glutnester zu löschen. Satellitenfotos zufolge war insgesamt eine Fläche von 10.500 Hektar abgebrannt.

Mehr Brandpartikel in der Luft

Gesundheitsminister Maxim Stepanow warnte, wegen des Feuers befänden sich in der Luft mehr Brandpartikel. Er riet Menschen mit chronischen Erkrankungen, „ihre Gänge auf die Straße in den Morgenstunden einzuschränken“.

Dann sei die Konzentration in der Luft am größten. „Trinken sie mehr Wasser, wischen sie ihre Räume feucht. Das ist sehr wichtig für Ihre Gesundheit.“

Keine Gefahr für das Atomkraftwerk Tschernobyl

Wolodymyr Demtschuk von den Katastrophenschutzdiensten hatte erklärt, es gebe keinen Grund zur Beunruhigung. Die Lage sei unter Kontrolle: „Für das Atomkraftwerk Tschernobyl, die Altbrennstoff-Lager und andere bedeutende Anlagen gibt es keine Gefahr.“

Die Strahlungswerte im 100 Kilometer entfernten Kiew seien im Normbereich.

Aktivisten schätzen die Situation ernster ein

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Jedoch stellten Aktivisten die Lage am Montag anders dar: Die Feuer seien gefährlich nah an die Altbrennstoff-Lager herangekommen, sagte Jaroslaw Jemeljanenko.

Er gehört einem öffentlichen Rat an, der für die geschlossene Zone rund um Tschernobyl verantwortlich ist. Ein Brand wüte in zwei Kilometern Reichweite von einem der radioaktiven Lager. „Die Situation ist ernst“, schrieb er auf Facebook.

Zwei Brandstifter

In der vergangenen Woche spürten die ukrainischen Behörden einen 27-jährigen Verdächtigen auf, der eigenen Angaben nach „aus Spaß“ in der Gegend zündelte und das Feuer nicht löschen konnte.

Am Montag teilte die Polizei außerdem mit, ein Anwohner habe Müll verbrannt, dabei versehentlich vertrocknetes Gras in Brand gesteckt und das Geschehen nicht gemeldet.

2600 Quadratkilometer große Sperrzone

Nach dem Atomunglück in einem Kernkraftwerk in Tschernobyl im Jahr 1986 war eine 2600 Quadratkilometer große Sperrzone eingerichtet worden.

Die Gegend ist weitgehend unbewohnt, aber knapp 200 Menschen blieben trotz Anordnungen, das Gebiet zu verlassen.

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