Einweg-E-Zigaretten sollen verboten werden | Weather.com
Advertisement
Advertisement

Gefahr für die Umwelt: Einweg-E-Zigaretten sollen verboten werden

Einweg-Vapes gefährden Umwelt und Gesundheit. Umweltminister Schneider spricht sich klar für ein Verbot aus.

ARCHIV - 26.01.2023, Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Frau konsumiert eine E-Zigarette.  (zu dpa: «Umweltminister Schneider für Verbot von Einweg-E-Zigaretten») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Eine Frau konsumiert eine E-Zigarette – und ist sich wahrscheinlich nicht bewusst, wie umweltschädlich sogennannt Vapes sind
(Marijan Murat/dpa)

Warum will Carsten Schneider Einweg-E-Zigaretten verbieten?

Bundesumweltminister Carsten Schneider hat sich klar für ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten ausgesprochen. „Das ist meine ganz, ganz klare Präferenz“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Zwar seien noch rechtliche Fragen offen, aber Schneider betonte: „Ich bin da sehr dafür.“

Welche Gefahren sieht der Minister?

Schneider nennt dabei mehrere Gründe: Gesundheit, Umweltschutz und Sicherheit. Besonders warnt er vor Brandgefahr durch die verbauten Batterien: „Die Dinger sind gefährlich. Wenn die in eine Müllanlage kommen, dann können sie explodieren – und sie explodieren auch. Und es gibt jeden Tag ein Feuer in einer Müllanlage.“ Das sei nicht nur gefährlich für die Mitarbeiter, sondern auch massiv umweltschädlich.

Wie ist der aktuelle Stand in Deutschland?

Der Bundestag hatte die Bundesregierung im November dazu aufgefordert, ein Verbot zu prüfen. Bereits zuvor hatte der Bundesrat dies gefordert. Andere Länder wie Belgien, Frankreich und Großbritannien haben bereits ein Verbot umgesetzt. In Deutschland wird ab Juli 2025 immerhin die Rückgabe von E-Zigaretten überall dort möglich, wo sie verkauft werden. „Sollte man auch, wenn man insbesondere die Umwelt nicht verschmutzen will“, sagte Schneider. Ein Pfandsystem ist aber weiterhin nicht geplant.

Wie groß ist der Markt?

Laut dem Branchenverband BfTG geben die Deutschen 2024 rund 2,4 Milliarden Euro für E-Zigaretten aus. Nur noch rund zehn Prozent entfallen auf Einwegprodukte – 2022 waren es noch 40 Prozent. Die Geräte sind besonders bei jungen Leuten beliebt.

Was kritisieren Verbraucherschützer und Umweltverbände?

Advertisement

Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor der Rohstoffverschwendung, da die Batterien wertvolles Lithium-Kobaltoxid enthalten. „Vor diesem Hintergrund ist es aus Umweltsicht untragbar, diesen Rohstoff für ein Einweg-Lifestyle-Produkt zu verwenden und auf diese Weise wertvolle Ressourcen zu verschwenden“, heißt es. Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert ein Verbot, warnt aber, dass die Industrie Wege finden könnte, die Vorschriften zu umgehen. Ab 2027 schreibt die EU-Batterieverordnung austauschbare Akkus vor – ein vollständiges Verbot bedeute das aber noch nicht.

Wie sehen Entsorger und Städte das Problem?

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) spricht sich klar für ein Verbot aus. Eine Rücknahmepflicht reiche nicht, denn viele Verbraucher würden die Geräte trotzdem falsch entsorgen. „Es liegt nahe, dass elektronische Einweg-Zigaretten weiterhin in großer Menge den Weg in die Restmülltonne bzw. die Wertstofftonne finden“, heißt es in einer Stellungnahme an den Bundestag.

Was sagt die Branche selbst?

Der Verband des eZigarettenhandels (VdeH) warnt vor einem wachsenden Schwarzmarkt. „Dort werden schon heute die Vorschriften zu Jugendschutz, Produktsicherheit oder Tabaksteuer vollständig umgangen“, heißt es. Der Verband fordert, bestehende Regeln konsequenter durchzusetzen, statt ein Verbot zu verhängen.

Wie geht es weiter?

Ob ein Verbot tatsächlich kommt, hängt von rechtlichen Prüfungen auf Bundes- und EU-Ebene ab. Schneider macht aber klar: Für ihn ist die Richtung eindeutig – „Ich bin da sehr dafür“, betont er.

Advertisement