Superzellen kurz erklärt: So entstehen die Monster-Gewitter | Weather.com
Advertisement
Advertisement

Superzellen kurz erklärt: So entstehen die Monster-Gewitter

Eine Superzelle ist weit mehr als ein normales Gewitter. Sie organisiert sich hocheffizient und entfesselt binnen Stunden enorme Zerstörungskraft.

Play

Wenn Meteorologen von besonders heftigen Gewittern sprechen, fällt oft der Begriff Superzelle. Gemeint ist damit die wohl spektakulärste und gefährlichste Form eines Gewitters. Anders als die gewöhnlichen Gewitter organisiert sich eine Superzelle sehr effizient und dadurch kann sie deutlich länger leben und mehr Schaden anrichten.

Superzellen kommen insgesamt selten vor und treten vor allem in den mittleren Breiten auf. Wenn sie entstehen, gehören sie jedoch zu den gefährlichsten Wetterphänomenen überhaupt – nicht zuletzt, weil sie auch Tornados hervorbringen können.

Rotation als Motor

Der Begriff Superzelle selbst stammt aus den 1960er-Jahren. Damals beschrieben Forschende erstmals ein Gewitter, das sich anders verhält als gewöhnliche Stürme: Es bewegt sich eigenständig durch die Atmosphäre und wird kontinuierlich mit neuer, feucht-warmer Luft versorgt. Später wurde klar, was der entscheidende Unterschied zu den üblichen Gewittern ist: Superzellen besitzen eine rotierende Luftströmung im Inneren – eine sogenannte Mesozyklone. Diese Rotation macht den Sturm besonders stabil.

Während einfache Gewitter oft nach kurzer Zeit wieder zerfallen, kann eine Superzelle mehrere Stunden bestehen bleiben. In dieser Zeit legt sie nicht selten Hunderte Kilometer zurück. Am Boden kann sie eine Breite zwischen 20 bis 50 Kilometern erreichen, in großer Höhe breitet sich ihr Wolkenschirm sogar über mehr als 100 Kilometer aus.

Wie entsteht so ein gigantisches Gewitter?

Advertisement

Entscheidend für die Entstehung von Superzellen sind zwei Zutaten: warme, feuchte Luft in Bodennähe – und starke Windscherung. Das bedeutet, dass sich Windrichtung und -geschwindigkeit mit der Höhe deutlich ändern. Die Windscherung begünstigt, dass sich zunächst horizontal drehende Luft bildet. Wird diese durch starke Aufwinde nach oben gerissen, kippt die Drehung in die Vertikale – der rotierende Aufwind einer Superzelle entsteht. Im Inneren des Sturms laufen dann besondere Prozesse ab.

Der rotierende Aufwind wirkt wie eine Art Motor: Er saugt ständig neue Warmluft an und hält das Gewitter am Leben. Gleichzeitig bleiben Niederschlag und Aufwind voneinander getrennt – ein Grund, warum die Superzelle so langlebig ist. Sichtbar wird das oft durch eine sogenannte Wallcloud, eine abgesenkte, rotierende Wolkenbasis unterhalb des Gewitters.

Die Folgen können extrem sein: Durch die starken Aufwinde können Hagelkörner lange in der Wolke kreisen und immer weiter anwachsen – bis sie schließlich als großer Hagel zu Boden fallen.

Zudem treten häufig heftige Fallböen auf, sogenannte Downbursts, die Orkanstärke erreichen können. Eine bogenförmige Wolke an der Vorderseite des Sturms – die sogenannte Shelfcloud – ist oft ein Warnzeichen dafür.

Fazit:
Eine Superzelle ist kein gewöhnliches Gewitter, sondern ein rotierendes, langlebiges und hochorganisiertes Unwetter – mit beeindruckender Dynamik und erheblichem Gefahrenpotenzial

Advertisement