Rätsel im Atlantik: Warum gibt’s dieses Jahr keine Hurrikans? | Weather.com
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Rätsel im Atlantik: Warum gibt’s dieses Jahr keine Hurrikans?

Normalerweise markiert der September den Höhepunkt der Hurrikan-Saison. Doch in diesem Jahr – Fehlanzeige. Warum gab es bisher keinen einzigen Wirbelsturm?

Kein Wirbelsturm in Sicht: In dieser Saison wurde über dem Atlantik noch kein einziger Hurrikan registriert.
(Goes-19/Cira/Noaa/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa)

Der September gilt normalerweise als Höhepunkt der Atlantik-Hurrikansaison. In keinem anderen Monat entstehen im Durchschnitt mehr tropische Wirbelstürme und Hurrikans. Umso bemerkenswerter ist die aktuelle Lage: Bislang wurde auf dem Atlantik noch kein einziger Hurrikan registriert. Stattdessen bildeten sich lediglich einige wenige, vergleichsweise schwache Tropenstürme. Die Sturmaktivität blieb damit deutlich hinter den Erwartungen zurück. Doch woran liegt die ungewöhnliche Ruhe auf dem Atlantik?

El Niño sorgt für schwierige Bedingungen

Der wichtigste Grund ist das derzeitige El-Niño-Ereignis. El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen im äquatorialen Pazifik, bei dem sich die Oberflächentemperaturen des Meeres außergewöhnlich stark erwärmen. Diese Erwärmung beeinflusst Wettermuster auf der ganzen Welt – und in diesem Jahr fällt El Niño besonders kräftig aus. Einige Experten halten es sogar für möglich, dass sich das aktuelle Ereignis zu einem der stärksten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen entwickelt.

Doch wie genau beeinflusst El Niño die Aktivität tropischer Stürme im Atlantik?

Hohe Windscherung erstickt Hurrikans im Keim

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Für die Hurrikanaktivität im Atlantik hat das direkte Folgen. Der starke El Niño verstärkt die sogenannte vertikale Windscherung über dem tropischen Atlantik. Dabei unterscheiden sich Windrichtung und Windgeschwindigkeit in verschiedenen Höhenlagen der Atmosphäre deutlich voneinander. Für tropische Wirbelstürme sind solche Bedingungen problematisch, denn sie stören den Aufbau einer kompakten und symmetrischen Gewitterstruktur, die für die Entwicklung und Verstärkung eines Hurrikans entscheidend ist.

Zusätzlich wirken weitere Faktoren bremsend. So befindet sich derzeit häufig trockene Luft in den mittleren Atmosphärenschichten über dem Atlantik. Gleichzeitig ziehen immer wieder große Saharastaubwolken über den Ozean. Der Staub stabilisiert die Atmosphäre und erschwert die Bildung kräftiger Gewitter. Die Kombination aus starker Windscherung, trockener Luft und Saharastaub nimmt vielen tropischen Störungen bereits in ihrer Entstehungsphase die Energie.

Also keine Hurrikans mehr in diesem Jahr?

Bedeutet das nun, dass es in diesem Jahr überhaupt keine Hurrikans mehr geben wird? So eindeutig lässt sich das nicht beantworten. Die Atlantische Hurrikansaison dauert offiziell noch bis zum 30. November, und auch in den kommenden Wochen können sich die Bedingungen noch verändern. Neben der Windscherung spielen unter anderem die Wassertemperaturen des Atlantiks sowie die Luftfeuchtigkeit eine wichtige Rolle für die Entwicklung tropischer Stürme.

Dennoch gilt: Solange die starke Windscherung anhält, bleiben die Voraussetzungen für die Entstehung größerer und besonders zerstörerischer Hurrikans eher ungünstig. Die außergewöhnliche Ruhe auf dem Atlantik könnte daher zumindest vorerst weiter anhalten.

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