Bauernregel verrät jetzt, wie der Winter wird | Weather.com
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Was uns diese Bauernregel am 9. Oktober über den Winter verrät

Daten aus 150 Jahre zeigen in einer Region ein überraschendes Muster. Verrät der Oktober wirklich, wie nass der Winter wird?

Einzelner Baum mit ausladenden Ästen steht auf einer leicht bereiften Wiese im Morgennebel, Sonnenstrahlen brechen durch das Geäst.
Kaum ein Monat zeigt den Wetterumschwung so drastisch wie der Oktober. Zwischen spätsommerlicher Wärme und Winterluft entstehen teils explosive Wetterlagen.
(GettyImages)
  • "Regnet's an Sankt Dionys, wird der Winter nass – gewiss"

Diese Bauernregel wird am Festtag des heiligen Dionysios festgemacht. Dass Dionysios wahrscheinlich der erste Bischof von Paris war, ist vermutlich kein Zufall, denn Bauernregeln haben oft nur regional eine gewisse Vorhersagekraft. So ist es auch hier.

Geringe Vorhersagekraft von Brest bis Bonn

Der 9. Oktober ist der Festtag des heiligen Dionysios. Einzelne Tage taugen in aller Regel nicht für Saisonprognosen. Deshalb ist es sinnvoll, einen Zeitraum zu betrachten.

In diesem Fall wurde der Zeitraum auf den gesamten Oktober ausgeweitet, um überhaupt ein statistisches Signal zu erhalten. Eine Ausweitung auf mehrere Tage oder einzelne Wochen führte zu keinem haltbaren Ergebnis.

Dann zeigte sich doch noch etwas, vielleicht der wahre Kern der Regel: Von der Bretagne über Nordfrankreich bis ungefähr an den Rhein ist ein schwaches Signal zu finden.

Maximal 57 Prozent Prognosekraft

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Ganz zuverlässig ist die Regel nicht. Folgt auf einen nassen Oktober ein nasser Winter, stimmt das zu maximal 57 Prozent. Das gilt für den Norden Frankreichs, von Brest über Paris bis Metz, und für den Westen Deutschlands bis ungefähr an den Rhein. Eine starke Regel ist das nicht: Wenn auf 100 nasse Oktober gerade einmal 57 nasse Winter folgen, ist das nur ein bisschen mehr als Zufall.

In Ostdeutschland und im Süden Frankreichs dreht sich die Regel sogar um. Dort ist die Chance größer, dass der Winter trockener wird als normal.

Infografik mit Deutschlandkarte und Balkendiagrammen zur Trefferquote der Bauernregel über Sankt Dionys, mit hervorgehobenen Bundesländern und der Zahl '51%'

Problematisch ist außerdem, dass sich das Signal vor 1950 statistisch nicht nachweisen lässt und damit nicht stabil ist. Es handelt sich um ein schwaches Signal, das sehr nahe am Zufall liegt. Auch andere Treiber wie El Niño helfen nicht weiter.

Für Frankreich zeigt übrigens genau der 22. Oktober (13 Tage später) ein etwas stärkeres Signal. Auch das ist Zufall, denn an den Tagen drumherum fehlt der Effekt. Wie man es auch dreht und wendet: Eine echte, praktikable Regel lässt sich zumindest für die letzten 150 Jahre nicht ableiten.

Infografik mit Frankreichkarte, die regionale Trefferquoten einer Bauernregel zu Sankt Dionys zeigt, daneben Balkendiagramme und den hervorgehobenen Wert 49 %

Bauernregel: Vielleicht waren sie früher richtig

Bauernregeln gibt es seit Jahrhunderten, und vielleicht hatten sie früher mehr Prognosekraft. Doch die systematische Wetteraufzeichnung begann erst im späten 19. Jahrhundert. Niemand kann sagen, ob die Regel in der Kleinen Eiszeit oder in der Mittelalterlichen Warmzeit besser funktioniert hat. Man kann daher nur beurteilen, ob sie heute noch gilt.

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