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Winterberg erteilt Betretungsverbot – trotzdem kommen Massen

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Touristenansturm in Winterberg macht Anwohner fassungslos: "Ganz schlimm"

Trotz eines Betretungsverbots sind auch am Sonntag wieder viele Tagesausflügler nach Winterberg im verschneiten Sauerland gefahren. Die Polizei riegelte daraufhin wichtige Zufahrtsstraßen ab. Es komme jetzt praktisch niemand mehr rein, sagte eine Sprecherin der Stadt.

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„Wir haben gestern Abend noch ein Betretungsverbot ausgesprochen, aber die Leute sind trotzdem wieder hierhergekommen“, berichtete sie. Die Sperrungen am Sonntag führten den Angaben zufolge teilweise zu einer Verlagerung des Wintersports in angrenzende Gebiete.

Winterberg hatte in den vergangenen Tagen unter Hinweis auf die Ansteckungsgefahr mit Corona und den Lockdown immer wieder darum gebeten, auf Ski- und Rodelspaß zu verzichten. „Bleibt zuhause!“, hieß die Botschaft. Dies stieß aber nur teilweise auf Gehör. „Was diese Menschen bewegt, kann ich nicht sagen. Unser Appell ist nach wie vor: Es ist nicht der richtige Zeitpunkt für Schnee-Ausflüge, für Menschenansammlungen“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Polizei stellt 280 Verstöße fest

03.01.2021, Nordrhein-Westfalen, Winterberg: Absperrungen blockieren die Zufahrt zu einem Parkplatz im Skigebiet in Winterberg. Nach dem großen Andrang in den letzten Tagen sind die Pisten und Parkplätze nun gesperrt. Foto: Henning Kaiser/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nordrhein-Westfalen, Winterberg: Nach dem großen Andrang in den vergangenen Tagen sind die Pisten und Parkplätze im Skigebiet in Winterberg nun gesperrt.
(Henning Kaiser/dpa )

Polizei und Ordnungsbehörden stellten am Samstag in Winterberg insgesamt 280 Verstöße gegen Corona-Regeln fest. Dazu gehörten allein 176 Verstöße gegen die Maskenpflicht und 94 Verstöße gegen die Kontaktbeschränkung. Dazu kamen zwei Strafanzeigen, weil Einsatzkräfte beleidigt wurden und in einem anderen Fall bespuckt werden sollten.

Notdurft auf Privatgrundstücken

Eine Sprecherin der Stadt Winterberg sagte, dass die Touristen ihren Müll teilweise einfach liegen ließen und sogar ihre Notdurft auf Privatgrundstücken oder in der freien Natur verrichteten. Öffentliche Toiletten sind wegen des Lockdowns nicht aufgestellt.

Harz: Parkplätze zu – Mehrere Autos bleiben liegen

Auch der schneebedeckte Harz lockt derzeit Besucher in Massen an. Am Wochenende waren die Parkplätze schon am Morgen voll und auf den Zugangsstraßen stauen sich kilometerlang die Autos.

Wegen starken Schneefalls spitzte sich die Lage am Sonntag zu - mehrere Autos blieben auf glatter Fahrbahn liegen und stellten sich quer. So wurde etwa die Bundesstraße 4 vorübergehend einseitig gesperrt. Wegen Überfüllung und des Ansteckungsrisikos in der Corona-Pandemie hatte die Polizei eigentlich von Ausflügen in den winterlichen Harz abgeraten.

Zeitweise Straßensperrung

Bereits am Vortag hatte der Ansturm auf die Ausflugsgebiete zu chaotischen Verkehrsverhältnissen geführt. Wanderer und Rodler steuerten die Parkplätze in den teils verschneiten Orten an. „Wir haben hier Chaos hoch drei, es bricht alles zusammen“, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Goslar. „Es geht so gut wie gar nichts mehr, einige Autos sind auch liegengeblieben. Es ist zu viel los.“ In Absprache mit den Straßenmeistereien wurde nachmittags die B4 stundenweise am Ortsausgang Bad Harzburg in Richtung Torfhaus einseitig gesperrt.

Thüringen: „Das Chaos ist groß“

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Die Wintersportorte im Thüringer Wald haben bei Flockenwirbel und einer Schneedecke um 20 Zentimeter am Wochenende einen Ansturm erlebt. Auch hier stauten sich trotz Warnungen der Polizei, am Sonntag von einer Fahrt in die Höhenlagen des Thüringer Waldes abzusehen, die Fahrzeuge auf den Zufahrtsstraßen. „Das Chaos ist groß“, sagte ein Beamter der Polizei in Suhl.

Autos sind vogelwild geparkt

In den Wintersportgebieten um Oberhof und Gehlberg, aber auch um Masserberg oder Schmiedefeld waren viele Parkplätze überfüllt. „Es herrscht viel Unvernunft“, sagte ein Polizeisprecher. Autos seien an den unmöglichsten Stellen und am Straßenrand abgestellt worden, so dass die Zu- und Abfahrt mit Wartezeiten verbunden war. Im Gedränge an einigen Stellen sei es problematisch gewesen, die Corona-Regeln einzuhalten. Neben vielen Thüringern suchten auch Franken das Schneevergnügen.

Zehntausende zieht es in bayerische Berge

Zehntausende Menschen haben am Wochenende nach Neujahr in den bayerischen Bergen Abwechslung von der Lockdown-Tristesse gesucht. Im Vergleich zu den Mittelgebirgen war die Lage im Voralpenland jedoch entspannt – wohl dank tristen Wetters und Neuschnees im Fichtelgebirge und Frankenwald.

An einigen Orten kam es dennoch zu Überfüllungen. „Der Ansturm ist enorm“, sagte etwa der Bürgermeister von Schliersee, Franz Schnitzenbaumer (CSU). Hunderte Schlittenfahrer tummelten sich selbst auf kleinen Hügeln und die Skipisten bevölkerten Tourengeher. Im Großraum München lebten drei Millionen Menschen, die alle nicht in den Urlaub fahren dürften. Das sei nun in Bayern zu spüren.

(Artikel wurde am 3.10. um 15.30 Uhr aktualisiert)

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