Garten im Herbst: Was auf den Kompost darf | Weather.com
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Komposthaufen im Garten: Was erlaubt ist - und was Ratten anlockt

Komposthaufen haben vielerlei Nutzen. Foto: GettyImages
Komposthaufen bieten viele Vorteile: Man bekommt Humus, Schalen und Essensreste werden sinnvoll entsorgt
(GettyImages)

Ein Komposthaufen im Garten ist praktisch und nützlich. Er dient dem natürlichen Kreislauf von der Pflanze zum verrotteten organischen Material und wieder zur Pflanze. Bei der Kompostierung werden Kohlendioxid und Mineralstoffe freigesetzt, die als Dünger verwendet werden können. Und nebenbei freuen sich auch noch die Igel. Doch es gibt einiges zu beachten.

1. Der richtige Standort

Die Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH, AVL, empfiehlt, den Komposthaufen auf einem ebenerdigen, gut zugänglichen Standplatz im Schatten zu haben. Einmal im Jahr, so der Tipp, solle man den Kompost umsetzen, damit er nicht fault.

Bei der Wahl des Bodens ist es von Bedeutung, dass der Kompost auf durchlässiger Erde angelegt wird. Nur so können die Bodentiere von unten einwandern und das Regenwasser abfließen. Zu nass sollte es allerdings auch nicht werden, weshalb man als unterste Lage grobes Material wie Hecken- oder Baumschnitt legen sollte. 

2. Die richtigen Zutaten

Es darf ruhig bunt zugehen. Foto: GettyImages
  • Um einen optimalen Kompost zu erhalten, sollten lediglich organische Abfälle kompostiert werden. Dabei gilt die Faustregel: Je vielfältiger die Mischung, desto wertvoller der Kompost. Das Bayerische Landesamt für Umwelt nennt hier beispielsweise: Gemüseabfälle und Obstreste, Tee, und Kaffeesatzfilter, Küchenpapier, Holzwolle, Holzhäcksel und Sägemehl von unbehandeltem Holz, Strauch- und Heckenschnitt, Laub und Fallobst. Anders als verbreitet dürfen auch Zitrusschalen auf dem Kompost landen.
  • Unverrottbare und schwer abbaubare Materialien gehören dagegen nicht hinein. Fleischabfälle haben im Kompost genauso wenig etwas zu suchen wie Käsereste. Diese locken Ratten an.
  • Zweige lockern den Kompost auf. Das ist hilfreich, da die Bodentiere und Mikroorganismen, die den Kompost in wertvollen Humus verwandeln, Luft brauchen. 

3. Das richtige Aufbereiten

Noch wichtiger als die richtige Zusammensetzung, ist das richtige Aufsetzen des Komposthaufens. Das Bayerische Landesamt für Umwelt empfiehlt:

  • Große Mengen eines einzigen Materials sollten nie allein aufgebracht werden.
  • Feuchtes Material soll mit trockenem, grob strukturiertes mit feinem, stickstoffarmes (z.B. Stroh und Gehölzschnitt) mit stickstoffreichem Material (z.B. Rasenschnitt und Küchenabfälle) vermischt werden.
  • Frische Küchenabfälle deckt man am besten mit gehäckseltem Strauchschnitt oder fertigem Kompost ab. So lassen sich unangenehme Gerüche vermeiden und Fliegen sowie andere Insekten werden weniger angelockt.

Weiter bietet sich an, oberste Schicht eine Lage aus Stroh, Laub oder Erde zu verwenden. Dies schützt den Kompost sowohl vor Austrocknung als auch vor Nässe durch starke Regenfälle.

4. Die richtige Reife 

Vom "Frischkompost" spricht man nach etwa drei Monaten, nach sechs bis zwölf Monaten ist der Kompost dann "reif". Die biogenen Abfälle sind dann abgebaut, die Erde kann verwendet werden.. Erkennbar ist der "reife" Kompost an seinem Geruch nach frischer Walderde und an seiner krümeligen Struktur. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann einen Test machen: Dazu entnehmen Sie dem Kompost ein wenig Erde und füllen diese in einen Blumentopf. Streuen sie Kressesamen darauf. Nach einigen Tagen müssten die Pflanzen gesprossen sein. Sind sie gelblich statt grün, weist das darauf hin, dass der Kompost noch ein wenig Zeit braucht. 

5. Eine Alternative zu einem großen Komposthaufen

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Wer lediglich eine kleine Ecke im Garten für den Kompost erübrigen kann, der kann auf so genannte Kompostkisten setzen. Und wen der Anblick von Bioabfällen stört, der kann auch in einem speziellen Behälter kompostieren.

5. Noch ein Tipp: Vorsicht beim Umsetzen

Die Igelschutz-Interessengemeinschaft e.V. plädiert dafür, Igeln einen Komposthaufen als Quartiert zur Verfügung zu stellen. Den Tieren werde so Unterschlupf gewährt, zudem seien sie so ausreichend mit Nahrungstieren versorgt. Dabei solle man beim Umsetzen von Komposthaufen darauf achten, dass kein Igel darin nistet und nicht mit Gartengeräten achtlos in den Kompost hineinstechen.

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