Jetstream entfacht kurz vor Ostern eine Orkanserie | Weather.com
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Kurz vor Ostern entfacht der Jetstream eine Orkanserie

Krasse Temperaturkontraste zwischen Kanada und Grönland bringen den Jetstream in Fahrt. Die Folge davon ist eine Orkanserie, die Europa trifft.

Wetterkarte mit einem starken Wirbelsturm westlich von Großbritannien und farblich markierten Temperatur- oder Windzonen über Europa mit Städten London, Paris und Berlin.
Vom Atlantik zieht eine Reihe heftiger Stürme auf Europa zu.
(TWC)

Über dem Nordatlantik braut sich eine brisante Wetterlage zusammen: Eine Serie kräftiger Sturmtiefs nimmt Kurs auf Europa, teils mit Orkanstärke. Während der Schwerpunkt der Unwetter über Großbritannien und Irland liegt, bekommt auch Deutschland die Auswirkungen zu spüren – wenn auch abgeschwächt.

Was löst die Orkanserie aus?

Auslöser des Orkans ist ein extremer Temperaturunterschied über Nordamerika. In Kanada herrschen derzeit Werte bis zu minus 36 Grad, gleichzeitig ist es in Teilen Grönlands rund zehn Grad wärmer. Dieser starke Kontrast bringt den Jetstream, das Starkwindband in großer Höhe, massiv in Fahrt. Die Höhenwinde erreichen stellenweise 300 km/h und mehr und fungieren als Schnellstraße für Tiefdruckgebiete, die sich rasch über den Atlantik auf Europa zubewegen.

Gleichzeitig wird ein bisher wetterbestimmendes Hoch über dem Atlantik nach Osten gedrängt, es stellt sich eine kräftige Südwestströmung ein. Dadurch wird sehr milde, feuchte Luft nach Europa transportiert – ideale Bedingungen, damit sich Stürme bis hin zum Orkan entwickeln können.

Erstes Sturmtief kommt am Freitag an

Bereits an Karfreitag erreicht das erste Sturmtief die Britischen Inseln und bringt dort kräftigen Regen sowie stürmische bis schwere Sturmböen. Am Samstag greift die stürmische Lage auch auf die Nordsee über, wo mit ruppigen Böen gerechnet werden muss.

Ostermontag geht es stürmisch weiter

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Deutschland liegt zunächst eher im Randbereich der Orkanserie. Für das Wetter an Ostern bedeutet das vor allem: Trotz der dynamischen Wetterlage bleibt es hierzulande ungewöhnlich mild, regional sind bis zu 23 Grad möglich. Am Ostermontag folgt dann der nächste Höhepunkt.

Ein weiteres, deutlich stärker ausgeprägtes Tief erreicht erneut Großbritannien und Irland und kann dort Orkanstärke erreichen. Während der Sturm weiterhin mit voller Wucht über dem Nordostatlantik und den Britischen Inseln tobt, liegt Deutschland erneut am Rand dieses Systems. Vor allem im Norden sind dann stürmische Böen möglich, während in der Mitte und im Süden vor allem die milde, feuchte Luft ankommt.

Deutschland bekommt Sturm ab Dienstag zu spüren

Ab Dienstag verlagert sich das Frontensystem weiter nach Osten und erfasst zunehmend auch Frankreich und Deutschland. Verbreitet setzen kräftige Regenfälle ein, dazu können sich einzelne Gewitter bilden. Mit Durchzug der Front frischt der Wind insbesondere im Westen und Norden spürbar auf, dort besteht erhöhte Sturmgefahr. Gleichzeitig strömt etwas kühlere Luft nach, sodass die Schneefallgrenze wieder sinkt.

Vor allem Dienstag und Mittwoch sind in den Alpen erneut Schneefälle möglich, während im Tiefland Schauer und kurze Gewitter dominieren. Zur Wochenmitte verlagert sich das Tiefdrucksystem weiter ostwärts, der unmittelbare Tiefdruckeinfluss auf Mitteleuropa nimmt ab und der Wind lässt im Verlauf nach, auch wenn einzelne Schauer weiterhin möglich sind.

Fazit:
Die Orkanserie über dem Nordatlantik trifft vor allem Großbritannien und Irland mit Orkanböen, Sturm und Regen. In Deutschland verläuft das Wetter an Ostern dagegen vergleichsweise glimpflich: sehr mild mit frühsommerlichen Spitzenwerten, zeitweise auffrischendem Wind und ab Dienstag zunehmendem Sturmrisiko, besonders im Westen und Norden.
Wichtig, zu wissen
Wer über die Feiertage unterwegs ist – ob an der Nordsee, im Binnenland oder in Richtung Alpen – sollte die aktuellen Wetter- und Sturmwarnungen im Auge behalten, da sich Zugbahnen und Intensität der einzelnen Sturmtiefs in dieser Lage noch verschieben können.

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