Kehrt El Niño 2026 zurück? Wettermodelle zeichnen drastische Veränderungen | Weather.com
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El Niño braut sich zusammen: Wettermodelle zeigen drastische Veränderungen für 2026

Das Wetterphänomen La Niña könnte schon in naher Zukunft vorbei sein. Wettermodelle zeigen an, dass sich El Niño zusammenbraut. Was das für Europa im Jahr 2026 bedeuten könnte.

Grafik zeigt Meerestemperaturen im Pazifik.
Derzeit sind noch La-Niña-Bedingungen am äquatorialen Pazifik zu erkennen. Doch Analysen zeigen, dass La Niña sich langsam zurückzieht.
(TWC)

Seit September 2025 wird das globale Wetter von La Niña dominiert. Konkret bedeutet das: Die oberen Wasserschichten des tropischen Ostpazifiks haben sich infolge starker Passatwinde abgekühlt und auch die globale Temperatur ist gesunken.

Wie sich anhand verschiedener Modelle erkennen lässt, kann La Niña seinen Einfluss jedoch nicht mehr lange behaupten und ein Ende dieser kühlen Phase ist bereits absehbar.

Wie lange La Niña noch wirkt

Statistisch wahrscheinlich wird La Niña das globale Wettergeschehen noch bis in die erste Hälfte des Frühlings bestimmen. Konkret bedeutet das, dass zwischen Februar und April eine Kältewelle über Kanada und den Norden der USA zu rollen droht.

Europa erwartet zur gleichen Zeit warme Luft, die sich vor allem im Westen und in der Mitte des Kontinents bemerkbar macht. Nach April wartet dann eine neutrale Phase des Pazifiks, bevor dann El Niño die Wetterherrschaft übernimmt.

Zeichen für Rückkehr von El Niño

Prognosen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (EZMW) zufolge soll sich das Klimaphänomen erstmals im Sommer 2026 bemerkbar machen. Von Herbst bis zum Winter soll El Niño dann das globale Wettersystem regieren.

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Dass La Niña schwächelt und mit El Niño 2026 die „warme Phase“ kommt, lässt sich bereits jetzt erkennen, wie unter anderem „Severe Weather Europe“ berichtet: Zum einen deuten starke Westwinde darauf hin, ein weiterer Anhaltspunkt sei die steigende Meeresoberflächentemperatur.

Welche Folgen hat El Niño für Europa?

Besonders bemerkbar macht sich El Niño in Australien, Südostasien Afrika, Mittel- und Südamerika. Dort löst das Phänomen regelmäßig Extremwetterereignisse wie Hitze, Starkregen oder Dürre aus.

In Europa hat El Niño eher eine Fernwirkung, die sich durch veränderte Zirkulationsmuster bemerkbar machen. 2026/27 könnte das Phänomen im Winter das Schneefallpotenzial vom Süden des Vereinigten Königreichs bis nach Mitteleuropa erhöhen.

ENSO: Der Motor des globalen Wetters

Die Klimaschaukel El Niño Southern Oscillation (ENSO) beschreibt die wechselnden Phasen von warmen und kalten Temperaturanomalien im äquatorialen Pazifik. Diese Veränderungen treten typischerweise alle 1–3 Jahre auf und beeinflussen nicht nur die tropischen Luftdruck- und Niederschlagsmuster, sondern auch die globale Wetterzirkulation.

Das Zirkulationsmuster wird in drei Phasen eingeteilt: El Niño, La Niña und die neutrale Phase.

Die kalte Phase, bekannt als La Niña, entsteht durch verstärkte Passatwinde, die warmes Oberflächenwasser nach Westen treiben und kaltes Tiefenwasser an die Oberfläche bringen. Umgekehrt führt eine Abschwächung oder Umkehr der Passatwinde zu einem El-Niño-Ereignis, bei dem wärmere Temperaturen dominieren.
In der neutralen Phase (weder El Niño noch La Niña) wehen Passatwinde von Ost nach West über die Oberfläche des tropischen Pazifiks und bringen warme, feuchte Luft und wärmeres Oberflächenwasser in Richtung des westlichen Pazifiks, dabei halten sie den zentralen Pazifik relativ kühl.

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