Wann gibt es Hitzewarnungen und warum? | Weather.com
Advertisement
Advertisement

Wann gibt es Hitzewarnungen und warum?

Viele schauen bei Hitze nur aufs Thermometer. Damit der Deutsche Wetterdienst eine Hitzewarnung ausruft, ist jedoch ein anderer Wert entscheidend.

Stilisiertes Thermometer und Schriftzug ‚HITZEWARNUNG‘ vor einer Sonne mit strahlenden Lichtbalken.
Ab Donnerstag wird es brütend heiß in weiten Teilen Deutschlands. Der DWD hat bereits Hitzewarnungen ausgerufen
(GettyImages)

Die erste größere Hitzewelle des Jahres rollt ab Donnerstag über Deutschland. Mit steigenden Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit wächst auch die Belastung für den Körper.

Wann genau gibt der Deutsche Wetterdienst eigentlich eine Hitzewarnung heraus? Maßgeblich ist dabei nicht allein die Lufttemperatur, sondern die sogenannte gefühlte Temperatur – also der Wert, der die tatsächliche Belastung für den menschlichen Körper besser abbildet.

Ab diesen Werten wird eine Hitzewarnung ausgegeben

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wird vor starker Wärmebelastung gewarnt, wenn die gefühlte Temperatur mindestens 32 Grad erreicht. Von extremer Wärmebelastung sprechen Meteorologen ab einer gefühlten Temperatur von 38 Grad.

Das bedeutet: Selbst wenn das Thermometer nicht überall dieselben Höchstwerte anzeigt, kann dennoch eine Hitzewarnung ausgesprochen werden. Denn neben der reinen Lufttemperatur fließen weitere Faktoren in die Bewertung ein.

Zwei Warnkriterien bei Hitze

  • Warnstufe 1: Starke Wärmebelastung. Die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag liegt über etwa 32 Grad. Zusätzlich fehlt nachts die nötige Abkühlung, was vor allem für ältere, kranke oder pflegebedürftige Menschen zur Belastung wird.
  • Warnstufe 2: Extreme Wärmebelastung. Die gefühlte Temperatur übersteigt hier 38 Grad. Bei diesen Werten wird der Körper stark belastet, weshalb besondere Schutzmaßnahmen für jeden Menschen erforderlich sind

Warum nicht nur die gemessene Temperatur zählt

Ob eine Wetterlage als besonders belastend gilt, hängt auch von Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung ab. Vor allem feuchte, schwüle Luft kann die Hitze deutlich verschärfen. Der Grund: Der Körper kühlt sich über das Schwitzen ab – funktioniert diese Verdunstung schlechter, zum Beispiel, wenn es sehr schwül ist, steigt die Belastung.

Genau deshalb kann sich ein heißer und zugleich schwüler Tag wesentlich anstrengender anfühlen als trockene Wärme bei gleicher Temperatur. Die Hitzewarnung orientiert sich also daran, wie stark der Organismus tatsächlich belastet wird.

Auch Nächte spielen bei der Warnung eine Rolle

Advertisement

Für die Bewertung ist nicht nur der Tag entscheidend. Der Deutsche Wetterdienst berücksichtigt auch, ob Innenräume nachts ausreichend auskühlen können. Bleiben die Nächte zu warm, leidet der Schlaf – und der Körper startet bereits geschwächt in den nächsten heißen Tag.

Diese fehlende Erholung ist ein wichtiger Punkt bei der Einschätzung von Hitzelagen. Denn mehrere Tage mit hoher Belastung hintereinander können die gesundheitlichen Risiken deutlich erhöhen.

Für wen die Hitzewarnungen besonders wichtig sind

Eine Hitzewarnung richtet sich vor allem an Kinder, ältere Menschen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige sowie an Pflegeeinrichtungen und Betreuungspersonal. Bei älteren Menschen kann eine extreme Wärmebelastung bereits ab einer gefühlten Temperatur von 36 Grad einsetzen. Deshalb werden sie in den Warnhinweisen besonders berücksichtigt.

Allerdings sind nicht nur Risikogruppen betroffen. Auch gesunde Menschen können bei extremer Hitze unter Kreislaufproblemen, Erschöpfung oder Konzentrationsschwäche leiden – vor allem in Städten, wo sich die Wärme oft besonders stark staut.

Was jetzt wichtig wird

In den kommenden Tagen steigen die Temperaturen in vielen Regionen deutlich an. Neben der Hitze nimmt auch die Schwüle zu. Deshalb hat der DWD ab Donnerstag in fast allen Landesteilen eine Hitzewarnung ausgerufen, die bis Freitag gültig ist.

Wer betroffen ist, sollte Warnmeldungen im Blick behalten und sich frühzeitig auf heiße Tage einstellen. Dazu gehört, körperliche Belastung möglichst zu reduzieren, ausreichend zu trinken und Wohnräume so kühl wie möglich zu halten.

Advertisement