Polarwirbel sorgt für die Eisheiligen 2026 | Weather.com
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Polarwirbel bricht zusammen: Was das für die Eisheiligen 2026 heißt

Mit dem Polarwirbel geht es Mitte April zu Ende. Dadurch kann es auch im Mai nochmal Frost in den Nächten geben.

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Bricht der Polarwirbel zusammen, dann kann er die Kaltluft nicht mehr halt – auch in großer Höhe nicht. Und auch in Deutschland kann sich dann das Wetter nochmal umstellen.

"Wenn der Polarwirbel kaputtgeht, dann sinkt Kaltluft an den Rändern nach unten. Und das macht dann eben Hochdruck rund um den Nordpol. Und deswegen haben wir im Augenblick auch diese starken Hochdruckgebiete nördlich von uns, weil der Polarwirbel stark gestört wurde", erklärt Meteorologe Jan Schenk. Momentan erleben wir in Deutschland nochmal Winterwetter mit Schnee und Glätte bis in tiefe Lagen.

Polarwirbel bricht zusammen: Was bedeutet das für unser Wetter?

Wenn der Polarwirbel zusammenbricht, heißt das auch: Final Warming (finale Erwärmung). Diese Erwärmung findet über dem Nordpol statt. Dort, wo vorher die Kaltluft festgehalten wurde.

Dieser Prozess dauert zwischen 2 und 4 Wochen, bis letztendlich am Boden nochmal ein Kaltluftvorstoß bis in mittlere Breiten passiert.

Klimatologisch gesehen geht es mit dem Polarwirbel um den 14. April zu Ende. Genau vier Wochen später erwarten wir auch die Eisheiligen 2026, also den letzten Vorstoß polarer Kaltluft. Und genau diese Polarluft kann dann nochmal Frost im Mai bringen.

Was ist der Polarwirbel?

Der Polarwirbel ist ein großflächiges Tiefdruckgebiet, das sich über den Polen in der Stratosphäre befindet. Er liegt damit in einer Höhe zwischen 10 und 50 Kilometern – also oberhalb der Troposphäre, in der unser Wetter entsteht.

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Im Winter verstärkt sich dieser Wirbel deutlich: Da die Sonne die Polargebiete nicht mehr erreicht, kühlt sich die Luft dort stark ab. Die Kaltluft sammelt sich, und die westliche Windströmung nimmt zu. Typischerweise erreicht der Polarwirbel dabei Windgeschwindigkeiten von über 250 km/h.

Final Warming: Das Ende des stratosphärischen Winters

Im April kommt es meist zum Final Warming. Das ist dann das Ende des Polarwirbels und markiert in der Stratosphäre das Ende des Winterhalbjahres.

Allerdings bedeutet dieses Ende des stratosphärischen Winters nicht automatisch frühsommerliche Temperaturen am Boden. Das Final Warming kann noch einmal einen Kälteausbruch nach sich ziehen.

Die Eisheiligen 2026: Warum kann es im Mai nochmal Frost geben?

Zwischen dem 11. und 15. Mai können nochmal die Eisheiligen auftreten. In dieser Phase kommt es zu den letzten Frostnächte des Frühlings – und das ist meteorologisch gut erklärbar.

Im Mai sind die Temperaturen über dem europäischen Festland meist schon recht hoch, die Meerestemperaturen dagegen noch vergleichsweise niedrig.

Dadurch können sich Tiefdruckgebiete bilden. Warme Luft kann dadurch nach Norden vordringen und arktische Luft aus den nördlichen Polargebieten strömt im Gegenzug nach Mitteleuropa.

Was bedeutet das für die Eisheiligen 2026?

Mit Nachtfrost müssen wir daher auch im Mai noch rechnen. Besonders in klaren Nächten und bei windschwachen Bedingungen kann die Temperatur bodennah unter den Gefrierpunkt fallen.

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