Tödliche Lawinen: Alarmstufe Rot in den Alpen, Drama in Kalifornien | Weather.com
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Tödliche Lawinen: Alarmstufe Rot in den Alpen, Drama in Kalifornien

Die Lawinengefahr bleibt in vielen Bergen extrem hoch. In den Alpen und in Kalifornien gab es in wenigen Tagen zahlreiche Tote und Verletzte.

Die Lawinensituation in den Alpen spitzt sich weiter zu. Nachdem die Schneefälle nachgelassen haben, verursachen Orkanböen neue Probleme. Starke Schneeverwehungen lassen viele Autofahrer verzweifeln. Zahlreiche Straßen sind auf Grund der steigenden Lawinengefahr gesperrt. So war Ramsau im Dachsteingebirge ab Hachau nicht erreichbar. Die L 219 war voll gesperrt. Es herrscht vielerorts die Lawinenstufe 4. Das Wetterchaos lässt die Anreise zahlreicher Urlauber verzögern. In einigen Teilen Deutschlands begannen die Winterferien. Schnee und Wind sorgten für kilometerlange Staus. So auch auf der Tauern Autobahn A 10. Erst am Sonntag wird sich das Wetter bessern. Ramsau am Dachstein Steiermark Österreich *** The avalanche situation in the Alps co
Aufgrund der heftigen Schneefälle, des ungünstigen Schneedeckenaufbaus und der Wetterlage herrscht derzeit hohes Lawinenrisiko in den Bergen
(Imago)

Extreme Schneefälle in kurzer Zeit, stürmischer Wind und instabile Schneeschichten sorgen derzeit in zahlreichen Gebirgsregionen für höchste Lawinengefahr. Die Folgen sind dramatisch: In den Alpen gab es allein in den vergangenen Tagen mehrere Todesopfer, während in Kalifornien acht Menschen bei einer verheerenden Lawine ums Leben kamen. Behörden und Experten mahnen Wintersportler eindringlich zur Vorsicht.

Alarmstufe Rot in den Alpen

Die Lawinengefahr in Österreich, der Schweiz und Norditalien bleibt kritisch. Laut dem Lawinenwarndienst Bayern herrscht oberhalb von 1.600 Metern vielerorts die zweithöchste Warnstufe vier von fünf – Lawinen können sich bereits durch geringe Zusatzbelastung lösen. Besonders betroffen sind die Allgäuer und Werdenfelser Alpen.

30 Rettungseinsätze am Freitag in Tirol

Allein in Tirol mussten Rettungskräfte in den vergangenen sieben Tagen zu rund 200 Lawinen-Einsätzen ausrücken – über 30 allein am Freitag. Die Schneelast ist enorm, vielerorts fielen bis zu 40 Zentimeter Neuschnee.

Etliche Tiefschneefahrer sterben

In Österreich stieg die Zahl der Todesopfer auf fünf. In St. Anton am Arlberg kamen zwei Wintersportler ums Leben, in Klösterle starb ein 39-jähriger Schweizer, nachdem er ein Schneebrett ausgelöst hatte. In Nauders in Tirol wurde ein 42-jähriger Deutscher von einer Lawine mitgerissen und getötet, sein 16-jähriger Sohn überlebte schwer verletzt. Auch in der Schweiz und Norditalien kamen Tourengeher ums Leben – insgesamt forderten Lawinen in den Alpen binnen weniger Tage mehr als ein halbes Dutzend Todesopfer.

Kalifornien: Schlimmstes Lawinenglück seit Jahrzehnten

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Noch dramatischer war die Lage auf der anderen Seite des Atlantiks. Im US-Bundesstaat Kalifornien ereignete sich in der Sierra Nevada bei Soda Springs die schwerste Lawinenkatastrophe seit 1981. Acht Menschen, darunter mindestens sechs Frauen, kamen ums Leben, eine weiterere Person wird noch vermisst.

Die Opfer waren erfahrene Skifahrerinnen, Freundinnen, die sich auf eine dreitägige Tour abseits der Pisten begeben hatten – begleitet von professionellen Bergführern der Firma Blackbird Mountain Guides. Trotz bestehender Sturmwarnungen startete die Gruppe ihre Expedition von Frog Lake aus. Während eines heftigen Schneesturms löste sich schließlich die Lawine, die Teile der Gruppe verschüttete. Sechs Menschen überlebten.

Sicherheitsausrüstung hilft im Extremfall auch nicht

Familienangehörige schilderten die Betroffenen als eng verbundene, erfahrene Sportlerinnen – ausgebildet und vollständig mit Sicherheitsausrüstung ausgestattet. Gouverneur Gavin Newsom zeigte sich tief betroffen: Unter den Toten seien enge Freunde seiner Familie, sagte er. Eine Untersuchung zum genauen Ablauf und den Entscheidungen der Führer läuft, während die Bergung der verbleibenden Opfer wegen schlechten Wetters mehrfach verschoben werden musste.

Appell an Skifahrer: Im gesicherten Gelände bleiben!

Sowohl in Europa als auch in den USA zeigt sich: Auch modernste Ausrüstung und Erfahrung bieten keinen vollständigen Schutz vor den Launen des Winters. Experten verweisen darauf, dass extreme Wetterlagen – starke Schneefälle, Temperaturschwankungen und Sturm – die Schneedecken instabil machen. Schon geringe Belastungen oder spontane Temperaturanstiege können große Lawinen auslösen.

Behörden in den Alpen warnen deshalb dringend davor, abseits gesicherter Pisten zu fahren. Auch markierte Routen können gefährlich werden, wenn sie in exponierten Lagen verlaufen. Für viele Regionen gilt derzeit weiterhin die zweithöchste Warnstufe. Lawinenwarndienste appellieren an alle Wintersportler, sich über die aktuellen Bedingungen zu informieren – und im Zweifel umzudrehen.

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