3 Wetterphänomene halten Hitze gerade fern | Weather.com
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Kühles Wetter statt Hitze: Drei Wetterphänomene halten Hitze gerade fern

Die Schafskälte dauert länger als gedacht: Warum Jetstream, Tropen und El Niño den Sommer in Deutschland vorerst ausbremsen und die Hitze in Spanien festhängt.

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Die Schafskälte bringt Deutschland weiter für kühle und wechselhafte Tage. Neue Wettermodelle deuten darauf hin, dass sich der erhoffte Temperaturanstieg erneut verzögert. Während sich in Spanien vielerorts die Hitze staut, bleibt es in Mitteleuropa vorerst unter dem Einfluss frischer Luftmassen. Verantwortlich dafür ist vor allem ein kräftiger Jetstream, der warme Luftströme südlich an Deutschland vorbeilenkt.

Noch vor kurzem hatten mehrere Wettermodelle signalisiert, dass sich deutlich früher sommerliche Wärme durchsetzen könnte. Inzwischen zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Der Anstieg der Temperaturen wurde um mehrere Tage nach hinten korrigiert. Damit verlängert sich die Schafskälte spürbar.

1. Welche Rolle das tropische Phänomen MJO spielt

Eine wichtige Rolle spielen dabei Prozesse in den Tropen. Meteorologen beobachten derzeit eine besonders aktive Madden-Julian-Oszillation (MJO). Dieses großräumige Wettermuster wandert langsam durch die Tropen und beeinflusst Gewitterzonen sowie Luftströmungen. Zusätzlich wirkt offenbar eine Kelvin-Welle, also eine schnelle Störung in der tropischen Atmosphäre, die ebenfalls globale Wetterabläufe beeinflussen kann.

2. Jetstream kommt ins Spiel

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Die Kombination dieser Faktoren hat Folgen bis nach Europa. Der Jetstream bleibt dadurch ungewöhnlich dynamisch und stabil. Das wiederum verhindert, dass sich heiße Luft aus dem Süden nach Deutschland ausbreitet. Statt frühsommerlicher Wärme dominieren zunächst weiter kühlere Temperaturen, Wolken und zeitweise Regen.

3. El Niño mischt sich ins Wettergeschehen ein

Zusätzlich verschärft El Niño die aktuelle Wetterlage. Steigende Wassertemperaturen im Pazifik können tropische Gewitter verstärken und damit auch die MJO zusätzlich antreiben. In bestimmten Phasen wirkt sich das bis auf den Atlantik und Europa aus. Dort wird dann die Westströmung gestärkt, was sommerliche Hochdrucklagen in Mitteleuropa erschwert.

Welche Wettertrends sich daraus ablesen lassen

Ganz ausgeschlossen ist eine Wetterwende allerdings nicht. Nach aktuellen Einschätzungen könnte das tropische Signal in den kommenden Tagen allmählich schwächer werden. Lässt der Einfluss nach, dürfte auch der Jetstream an Kraft verlieren. Dann steigen die Chancen auf stabileres Sommerwetter mit freundlicheren und wärmeren Abschnitten.

Für den weiteren Saisonverlauf bleibt das Muster dennoch spannend. Gerade in einem El-Niño-Jahr können bestimmte tropische Einflüsse häufiger auftreten. Das spricht dafür, dass es im Sommer immer wieder zu Unterbrechungen mit wechselhaftem Wetter, auffrischendem Wind und Gewittern kommen könnte. Eine dauerhaft lange kühle Phase wie aktuell muss das aber nicht bedeuten. Häufiger sind wohl kurze Dämpfer zwischen wärmeren oder heißen Wetterabschnitten.

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