Sturmflut-Gefahr: Seltener Sommersturm an Ostsee | Weather.com
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Sturmflut-Gefahr an der Ostsee: Sommersturm bringt Böen bis 90 km/h

Ein kräftiges Tief bringt am Dienstag ungemütliches Wetter an die Ostsee. Vor allem an der polnischen Küste steigt durch starken Nordwestwind das Risiko für hohe Wasserstände, kräftigen Wellengang und lokale Überflutungen.

Wetterkarte mit farbigen Flächen für Windgeschwindigkeiten über Norddeutschland und Städtenamen 'Hamburg', 'Rostock' und 'Greifswald'.
Ein seltener Sommersturm braut sich über der Ostsee zusammen
(TWC)

Während sich im Südwesten Deutschlands wieder sommerliche Wärme ausbreitet, zeigt sich das Wetter im Norden von einer ganz anderen Seite: An der Ostsee zieht am Dienstag ein markanter Sommersturm auf. Vor allem an der polnischen Küste wird die Lage angespannt, denn dort können starke Böen, aufgewühlte See und steigende Pegelstände zusammenkommen.

Für Urlauber an der Küste bedeutet das einen spürbaren Wetterumschwung. Statt ruhiger Strandbedingungen drohen windige, nasse und teils gefährliche Verhältnisse direkt am Wasser.

Warum der Wind das Wasser an die Küste drückt

Karte von Norddeutschland mit Städtenamen und einer Windrichtungsgrafik mit Kompassrose und Farbbereichen
Der Wind aus nordwestlicher Richtung drückt das Wasser gegen die Küsten
(TWC)

Besonders im Bereich der südlichen Ostsee kann sich die Lage zuspitzen. Ursache ist ein anhaltender Nordwestwind, der das Wasser über Stunden in Richtung Küste schiebt. Genau dieses Zusammenspiel macht das Wetterphänomen Sturmflut in der Region so relevant.

Im Unterschied zur Nordsee spielen Gezeiten an der Ostsee nur eine geringe Rolle. Wenn es dort zu einer Sturmflut kommt, ist meist vor allem starker und lang anhaltender Wind der entscheidende Auslöser. An der polnischen Küste werden örtlich Böen von bis zu 90 km/h erwartet. Besonders betroffen sind Küstenabschnitte in Pommern und im Umfeld der Danziger Bucht.

Überflutungen in Häfen und auf Promenaden nicht ausgeschlossen

Mit zunehmendem Wind steigt auch das Risiko, dass Wasser in niedrig gelegene Küstenbereiche gedrückt wird. Vor allem Hafenanlagen, Uferstraßen und Strandpromenaden könnten zeitweise überflutet werden.

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Hinzu kommt ein deutlich stärkerer Wellengang. Dadurch können Aufenthalte auf Molen, an Kaimauern oder unmittelbar an der Brandung schnell gefährlich werden. Wer an der Ostsee unterwegs ist, sollte die Entwicklung aufmerksam verfolgen und Abstand zu exponierten Bereichen halten.

Auch an der deutschen Ostsee wird es deutlich ungemütlicher

Die stürmische Wetterlage beschränkt sich nicht nur auf Polen. Im Verlauf des Tages erreichen die Ausläufer des Tiefs auch die deutsche Ostseeküste. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind ebenfalls kräftige Böen, einzelne Schauer und eine zunehmend unruhige See zu erwarten.

Dazu kommt ein markanter Temperaturunterschied innerhalb Deutschlands: Während im Süden gebietsweise hochsommerliche Wärme herrscht, bleibt es an der Ostsee mit teils unter 20 Grad vergleichsweise kühl.

Sturmflut im Juli ist eher die Ausnahme

Eine Sturmflut kann an der Ostsee grundsätzlich zu jeder Jahreszeit auftreten. Typischerweise ist dieses Wetterphänomen aber vor allem im Herbst und Winter häufiger, wenn kräftige Tiefdruckgebiete und anhaltende West- oder Nordwestlagen dominieren.

Gerade deshalb ist eine solche Entwicklung Anfang Juli ungewöhnlich. Zwar handelt es sich nicht um ein unmögliches Ereignis, für die Jahreszeit ist die Kombination aus Sommer und Sturmflut-Risiko jedoch eher selten.

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