Japan prägt neuen Begriff für lebensgefährliche Hitze | Weather.com
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Japan prägt neuen Begriff für lebensgefährliche Hitze

In Japan reicht das bisherige Vokabular für Wetterextreme nicht mehr aus. Mit „Kokushobi“ beschreibt die Wetterbehörde nun eine Hitze, die für den menschlichen Körper akut gefährlich werden kann.

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Japan hat ein neues Wort für eine besonders extreme Form von Hitze eingeführt: „Kokushobi“. Damit werden Tage bezeichnet, an denen die Temperaturen auf über 40 Grad Celsius steigen – und die Belastung für den menschlichen Körper gesundheitsgefährdend ist. Die Einführung des Begriffs ist auch ein Hinweis darauf, wie stark sich das Klima in dem Inselstaat bereits verändert hat.

Wetter und Jahreszeiten besitzen in Japan traditionell einen hohen kulturellen Stellenwert. Dass nun ein zusätzlicher Ausdruck für extreme Hitze nötig wird, wird von vielen als klares Warnsignal verstanden.

Hohe Luftfeuchtigkeit verstärkt die Belastung

Besonders problematisch ist in Japan nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch die sehr hohe Luftfeuchtigkeit. In den Sommermonaten liegt sie häufig zwischen 70 und 90 Prozent. Dadurch kann Schweiß schlechter verdunsten, und der Körper kühlt langsamer ab. In Metropolen wie Tokio oder Osaka fühlen sich 35 Grad deshalb schnell wie deutlich über 40 Grad an – die gefühlte Hitze ist erheblich höher als der Messwert.

Von „Mushiatsui“ zu „Kokushobi“

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Im Japanischen gibt es bereits den Begriff „mushiatsui“, der „schwül-heiß“ oder „dampfig heiß“ bedeutet. Der neue Ausdruck „Kokushobi“ geht jedoch einen Schritt weiter: Er steht für eine Hitze, die körperlich und gesundheitlich gefährlich werden kann und nicht nur als unangenehm empfunden wird.

Zusätzlich verstärkt der Wärmeinsel-Effekt in dicht bebauten Städten die extreme Hitze. Beton, Asphalt und Gebäude speichern tagsüber große Mengen Wärme und geben sie nur langsam wieder ab. In der Folge sinken die Temperaturen selbst in der Nacht oft kaum. Nächte mit Werten über 25 Grad werden als tropische Nächte bezeichnet – sie verhindern eine ausreichende Erholung des Körpers.

Mehr Hitzschläge und Klinikfälle

Die gesundheitlichen Folgen machen sich bereits deutlich bemerkbar: Während intensiver Hitzeperioden steigen die Fälle von Hitzschlag und die Zahl der Krankenhausaufenthalte regelmäßig an. Besonders ältere Menschen gelten als gefährdet, weil ihr Körper die extreme Hitze häufig schlechter ausgleichen kann.

Mit dem neuen Begriff „Kokushobi“ will die japanische Wetterbehörde eindringlicher vor den Risiken warnen, die von dieser Form der Hitze ausgehen. Gleichzeitig soll sichtbar werden, wie sehr sich das Klima bereits verändert hat und welche Gefahr von künftigen extremen Hitzewellen ausgehen kann.

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