Wie lange bleibt der Winter? Die Bauernregel „Lichtmess“ verrät es | Weather.com
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Wie lange bleibt der Winter? Die Bauernregel „Lichtmess“ gibt einen Hinweis

Der Februar ist ein Monat des Wetterwechsels. Eine alte Bauernregel zu „Lichtmess“ soll zeigen, wie der Winter sich in den kommenden Wochen entwickelt. Wie zuverlässig sind diese überlieferten Wetterweisheiten?

Der Februar bildet den Übergang zwischen Winter und Frühling
Der Februar bildet den Übergang zwischen Winter und Frühling
(GettyImages)

Zwischen Winter und Wärme: Der Februar ist der Monat, in dem das Wetter in Deutschland seine zwei Gesichter zeigt. Ausgerechnet eine alte Bauernregel verrät, ob uns der Rest des Winters mit klirrender Kälte begegnet oder ob der Frühling heimlich schon vor der Tür steht. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge zeigt diese Bauernregel für Mitteleuropa eine „statistisch gut belegte, prognostische Kraft“. Gemeint ist die Lichtmess:

  • „Ist’s zu Lichtmess mild und rein, wird’s ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“

Die Bauernregel bezieht sich auf den 2. Februar (Mariä Lichtmess). An diesem Datum ist ein wichtiger Wendepunkt im Jahreslauf erreicht: Der Februar bildet den Übergang zwischen Winter und Frühling, die Tage werden spürbar länger, und die großräumigen Zirkulationsmuster der Atmosphäre beginnen sich umzustellen.

Tage werden länger

Je nach Region sind die Tage in Deutschland schon spürbar länger. Norddeutschland hat bis zum Ende des Monats knapp zwei Stunden Tageslicht dazu gewonnen, während im Süden der lichte Tag anderthalb Stunden länger anhält. Diese Veränderungen machen sich häufig in stabileren Witterungen bemerkbar, an denen sich typische Großwetterlagen ablesen lassen.

Die Bauernregel nutzt genau diesen Zeitpunkt:

  • Mild und rein zu Lichtmess deutet auf eine stabile Hochdrucklage (Kontinentalklima) hin. Im Februar führt Hochdruck oft zu kalten Ostwinden und strengen Nachtfrösten (Ausstrahlungskälte), was den Winter verlängert.
  • Stürmisches und schneereiches Wetter zu Lichtmess ist dagegen ein Hinweis auf eine deutliche Aktivität von atlantischen Tiefdruckgebieten. Diese bringen vom Ozean her mildere Luftmassen mit sich, die das winterliche Kältereservoir aufbrechen und oft das Tauwetter und damit den Vorfrühling einleiten.
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Solche Bauernregeln beruhen auf langen Erfahrungsreihen von Landwirten, die über Generationen beobachtet haben, welche Witterung an bestimmten Tagen mit dem weiteren Verlauf des Winters zusammenhängt. Moderne Auswertungen zeigen, dass sich manche Bauernregeln für Lostage bewahrheiten können, weil sie an klimatologisch sinnvollen Umbruchpunkten im Jahr liegen.

Was sind Lostage?

Lostage sind feste Tage im Jahresverlauf. Neben der Lichtmess zählen auch die Eisheiligen (Mitte/Ende Mai), der Siebenschläfer (27. Juni), die Schafskälte (typisch um den 11. Juni) und der Martinstag (11. November) zu den Lostagen.

Auch wenn manche Lostage statistisch keine schlechte Trefferquote haben, wie etwa der Siebenschläfer mit über 60 Prozent, so bleiben Bauernregeln aus meteorologischer Sicht eher grobe Einschätzungen und ersetzen keine Wettervorhersage.

Bauernregel geht auf Reise: Lichtmess wird zum Vorbild für den Groundhog Day

Am 2. Februar feiert überwiegend die katholische Kirche Mariä Lichtmess (offiziell „Darstellung des Herrn“). Früher war das auf dem Land ein sehr wichtiger Tag: Die Weihnachtszeit endete, Kerzen für das Jahr wurden gesegnet, und für viele Bauern und Dienstboten begann ein neues Arbeitsjahr.

Die Lichtmess-Regel ist übrigens auch der Ideengeber für den berühmten Groundhog Day in den USA und Kanada, der ebenfalls am 2. Februar stattfindet. Deutschsprachige Einwanderer brachten die Bauernregel im 19. Jahrhundert mit und statt auf die Witterung am Festtag schaut man in Nordamerika auf ein Murmeltier. Sieht das Tier bei Sonne seinen Schatten, soll der Winter noch dauern; sieht es keinen Schatten, soll der Frühling bald kommen. Der Groundhog Day ist also im Grunde eine amerikanische, etwas verspielte Version der alten Lichtmess-Bauernregeln.

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