Es kracht am Wochenende: Sind Gewitter im April normal? | Weather.com
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Blitz und Donner am Wochenende: Sind Gewitter im April normal?

Über Deutschland baut sich ein frühes Gewitter-Spektakel auf. Blitze, Donner und Schauer treffen vor allem Westen, Südwesten und Bayern.

Über einer hügeligen Landschaft mit Feldern und Wäldern leuchten mehrere Blitze unter einer dichten, dramatisch beleuchteten Gewitterwolke. Der Himmel ist teilweise von dunklen Wolken bedeckt, während im oberen Bereich einige Sterne sichtbar sind. Die Szene wirkt durch die intensive Beleuchtung der Wolken und die hellen Blitze besonders eindrucksvoll.
Im April geht in Deutschland die Gewittersaison los
(GettyImages)

Blitze, Donner und Schauer – und das mitten im April. Am Wochenende steigt in vielen Regionen Deutschlands die Gewittergefahr. Besonders im Westen, Südwesten und in Bayern kann es am Sonntagvormittag krachen. Dahinter steckt ein Zusammenspiel von Faktoren, das auch ohne große Hitze funktioniert.

Wann treten die meisten Gewitter auf?

In Deutschland und ganz Mitteleuropa liegt die Hauptzeit für Gewitter zwischen April und September. Die meisten dieser Ereignisse treten allerdings im Juni und Juli auf. Der April gehört zwar bereits zur Gewittersaison, allerdings blitzt und donnert es seltener als im Sommer.

Nur etwa sechs Prozent aller Gewitter mit besonders starken Windböen treten im April oder September auf.

Auch europaweite Untersuchungen zeigen, dass die Gewitteraktivität ab April langsam zunimmt und ihren Höhepunkt erst im späten Frühling und Sommer erreicht. Der April markiert damit den Einstieg in die Gewittersaison.

Gewitter auch ohne Sommerhitze

Viele denken, Gewitter brauchen große Hitze – doch das stimmt so nicht. Entscheidend ist vielmehr eine bestimmte Kombination aus verschiedenen Faktoren. Und diese kann es in Mitteleuropa bereits im April geben.

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Wichtig sind vor allem drei Zutaten:

  1. Feuchte Luft in Bodennähe. Diese hat in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen und begünstigt Gewitterlagen schon im Frühjahr.
  2. Eine instabile Luftschichtung. Das bedeutet: Die Luft am Boden ist deutlich wärmer und feuchter als die Luft darüber. Dadurch entsteht Auftrieb – warme Luft steigt nach oben und lässt Gewitterwolken wachsen. In Mitteleuropa reichen dafür oft schon moderate Unterschiede aus.
  3. Es einen Auslöser, der die Luft zum Aufsteigen bringt. Das können Kaltfronten, Tiefdruckgebiete, Bereiche, in denen Luft aus verschiedenen Richtungen zusammenströmt und nach oben gedrückt wird, oder auch Gebirge wie die Alpen sein.

Typische Wetterlagen im Frühjahr

Besonders häufig entstehen Frühjahrsgewitter bei bestimmten Wetterlagen. Dazu gehören vor allem Kaltfronten von Atlantiktiefs, die feuchte Luft anheben und so Gewitter auslösen. Auch eine südwestliche Strömung spielt oft eine Rolle. Sie bringt warme und feuchte Luft nach Mitteleuropa – eine wichtige Grundlage für Gewitter.

Hinzu kommt, dass im Frühling die Sonneneinstrahlung deutlich zunimmt. Dadurch erwärmt sich der Boden stärker, und es bilden sich warme Luftblasen, die aufsteigen können. Gleichzeitig sind Tiefdruckgebiete und Fronten im Frühjahr oft noch sehr aktiv. Dabei strömt Luft am Boden zum Tiefdruckgebiet hin, steigt auf und fließt in der Höhe wieder ab. Dadurch entsteht ein komplexes Windfeld, das mit der Höhe deutlich seine Stärke und Richtung ändert. Dieses Phänomen wird in der Fachsprache als vertikale Windscherung bezeichnet. Die vertikale Windscherung ist entscheidend für die Organisation einer Gewitterzelle, wie lange sie überlebt und wie stark sie werden kann. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die großen Temperaturunterschiede. Während es am Boden schon wärmer wird, ist die Luft in höheren Schichten oft noch kalt. Diese Gegensätze verstärken die Instabilität zusätzlich.

Gewitter auch im Winter möglich

Gewitter treten nicht nur im Sommer auf, sondern auch im Winter – wenn auch deutlich seltener. Wintergewitter entstehen meist zwischen Dezember und Februar und unterscheiden sich deutlich von Sommer-Gewittern. Während im Sommer vor allem Wärme eine Rolle spielt, werden Wintergewitter eher durch starke Windfelder ausgelöst. Blitze sind in dieser Jahreszeit in Mitteleuropa selten. Wenn sie auftreten, dann vor allem im Norden Deutschlands und oft in Verbindung mit kräftigem Wind. Typisch ist, dass Wintergewitter an Kaltfronten oder in Schauern hinter einer Front entstehen. Sie können mit starkem Schneefall, schlechter Sicht und plötzlich auftretenden Böen einhergehen.

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